Kurz gesagt: wbadmin ist das Kommandozeilenwerkzeug der Windows Server-Sicherung. Mit wbadmin enable backup legst du eine tägliche, geplante Sicherung an, mit wbadmin start backup startest du eine einmalige Sicherung, und mit wbadmin get versions prüfst du, welche Sicherungen vorhanden sind. Der Befehl braucht eine Eingabeaufforderung mit Administratorrechten.
Stand: 03.11.2026
Wann lohnt sich wbadmin überhaupt?
Die Windows Server-Sicherung ist in Windows Server enthalten und sichert Volumes, Dateien, Ordner, den Systemstatus und Hyper-V-Komponenten. Sie ersetzt keine Backup-Lösung mit Aufbewahrungsregeln, Cloud-Ziel und Restore-Test, aber sie ist für kleine Umgebungen und als zweite Sicherungsebene brauchbar. wbadmin ist dabei die Kommandozeile zur grafischen Konsole: Du kannst damit Sicherungen per Skript oder Aufgabenplanung auslösen und prüfen. Microsoft nennt als unterstützte Systeme Windows Server 2025, 2022, 2019 und 2016, Windows 11, Windows 10 sowie Azure Local.
Du kommst nicht weiter? Wir übernehmen das für dich, meist per Fernwartung. Ruf an: 0541 507 988 08, schreib uns oder buch ein Erstgespräch.
Welche Voraussetzungen gelten?
- Laut Microsoft musst du wbadmin aus einer erhöhten Eingabeaufforderung ausführen: Rechtsklick auf Eingabeaufforderung, dann Als Administrator ausführen.
- Für das Einrichten oder Ändern einer geplanten Sicherung ist die Mitgliedschaft in der Gruppe Administratoren oder Sicherungs-Operatoren nötig. Für die anderen Aufgaben reicht laut Microsoft Sicherungs-Operatoren oder Administratoren beziehungsweise delegierte Berechtigungen.
- Ein Sicherungsziel: ein eigener Datenträger, ein Volume oder eine Netzwerkfreigabe im UNC-Format (\serverfreigabe).
Welche Unterbefehle gibt es?
| Befehl | Zweck laut Microsoft |
|---|---|
| wbadmin enable backup | Geplante tägliche Sicherung anlegen oder ändern; ohne Parameter zeigt er die aktuellen Einstellungen |
| wbadmin disable backup | Geplante tägliche Sicherung deaktivieren |
| wbadmin start backup | Einmalige Sicherung starten; ohne Parameter mit den Einstellungen der geplanten Sicherung |
| wbadmin stop job | Laufende Sicherung oder Wiederherstellung abbrechen |
| wbadmin get versions | Vorhandene Sicherungen auflisten |
| wbadmin get items | Inhalt einer Sicherung anzeigen |
| wbadmin get status | Status des laufenden Vorgangs anzeigen |
| wbadmin get disks | Online-Datenträger mit Kennung auflisten |
| wbadmin start recovery | Volumes, Anwendungen, Dateien oder Ordner wiederherstellen |
| wbadmin start systemstatebackup | Systemstatus sichern |
| wbadmin start systemstaterecovery | Systemstatus wiederherstellen |
| wbadmin delete systemstatebackup | Systemstatus-Sicherungen löschen |
| wbadmin start sysrecovery | Gesamtes System wiederherstellen, nur in der Windows-Wiederherstellungsumgebung (WinRE) |
| wbadmin restore catalog | Sicherungskatalog aus einem Speicherort wiederherstellen |
| wbadmin delete catalog | Lokalen Sicherungskatalog löschen, nur bei beschädigtem Katalog ohne Kopie |
Wie richtest du eine geplante Sicherung ein?
- Datenträgerkennung ermitteln: Soll ein eigener Datenträger das Ziel sein, zeigt wbadmin get disks die Kennung (Disk Identifier). Achtung: Laut Microsoft wird ein als Ziel angegebener Datenträger formatiert, vorhandene Daten sind dann weg.
- Sicherung anlegen: Das Beispiel aus der Microsoft-Dokumentation sichert täglich um 9:00 und 18:00 Uhr die angegebenen Volumes auf den Datenträger mit der Kennung DiskID:
wbadmin enable backup -addtarget:DiskID -schedule:09:00,18:00 -include:E:,D:mountpoint - Netzwerkfreigabe als Ziel: Alternativ gibst du mit -addtarget einen UNC-Pfad an und mit -user und -password ein Konto, das auf die Freigabe schreiben darf. Laut Microsoft kann nur eine Freigabe als Ziel eingetragen sein, und das Konto muss auf dem gesicherten Rechner Mitglied der Administratoren oder Sicherungs-Operatoren sein.
- Systemstatus einschließen: Mit -systemState kommt der Systemstatus dazu. Er enthält laut Microsoft unter anderem die Startdateien, die Registrierung, SYSVOL und auf Domänencontrollern Active Directory mit NTDS.DIT.
- Für Bare-Metal-Restore: -allCritical nimmt alle kritischen Volumes mit, also alle, die den Betriebssystemstatus enthalten. Das Zielvolume darf dabei nicht selbst Teil der Sicherung sein.
- Einstellungen prüfen: wbadmin enable backup ohne Parameter zeigt den aktuellen Zeitplan an.
Wie startest du eine einmalige Sicherung?
wbadmin start backup ohne Parameter nutzt die Einstellungen der geplanten Sicherung. Mit Parametern erstellt der Befehl laut Microsoft eine VSS-Kopiesicherung, die den Dateiverlauf nicht aktualisiert. Beispiel aus der Dokumentation:
wbadmin start backup -backupTarget:f: -include:e:,d:mountpoint
Hier landen die Volumes E: und D:mountpoint auf Volume F:. Für Netzwerkfreigaben gilt eine wichtige Einschränkung: Sicherst du denselben Rechner erneut in dieselbe Freigabe, wird die vorherige Sicherung überschrieben. Schlägt die neue Sicherung fehl, hast du im schlimmsten Fall gar keine. Microsoft empfiehlt deshalb Unterordner in der Freigabe, die dann allerdings doppelten Platz brauchen.
Mit -noInheritAcl schränkst du den Zugriff auf die Sicherung in der Freigabe auf das angegebene Konto sowie Administratoren und Sicherungs-Operatoren ein. Ohne diesen Parameter kann jeder mit Zugriff auf die Freigabe auch die Sicherung lesen.
Welche Fallstricke solltest du kennen?
- -vssFull nur mit Bedacht: Eine vollständige VSS-Sicherung aktualisiert den Dateiverlauf und kann laut Microsoft inkrementelle oder differenzielle Sicherungen anderer Backup-Produkte stören. Standard ist -vssCopy.
- Kopiesicherungen eignen sich laut Microsoft nicht für inkrementelle oder differenzielle Sicherungen und Wiederherstellungen.
- Kennwort im Klartext: Mit -password steht das Kennwort im Befehl und damit in der Verlaufsdatei oder im Skript. Nutze ein eigenes Sicherungskonto mit minimalen Rechten.
- Kein Alarm bei Fehlern: wbadmin meldet sich nicht von selbst. Prüfe regelmäßig mit wbadmin get versions oder überwache das Ereignisprotokoll.
So unterstützen wir dich
Wir richten die Windows Server-Sicherung für dich ein und kombinieren sie mit einer überwachten Backup-Lösung mit Aufbewahrung außer Haus und regelmäßigem Restore-Test. In Osnabrück und Umgebung vor Ort, sonst per Fernwartung. Mehr dazu auf unserer Seite Backup und Wiederherstellung.
Häufige Fragen
Kann wbadmin auf eine Netzwerkfreigabe sichern?
Ja, über einen UNC-Pfad mit -addtarget oder -backupTarget. Laut Microsoft kann nur eine Freigabe als Ziel eingetragen sein, und jede neue Sicherung in denselben Ordner überschreibt die vorherige.
Welche Rechte brauche ich?
Mitgliedschaft in Administratoren oder Sicherungs-Operatoren und eine Eingabeaufforderung mit „Als Administrator ausführen“.
Wie stelle ich den ganzen Server wieder her?
Mit wbadmin start sysrecovery, das laut Microsoft nur in der Windows-Wiederherstellungsumgebung (WinRE) verfügbar ist. Voraussetzung ist eine Sicherung mit allen kritischen Volumes (-allCritical).
Ersetzt wbadmin eine Backup-Software?
Nein. Es fehlen Aufbewahrungsregeln über mehrere Generationen hinweg, ein Cloud-Ziel, Benachrichtigungen und ein automatischer Restore-Test. Als lokale Ergänzung ist es trotzdem sinnvoll.
Quellen
- wbadmin (Microsoft, abgerufen am 03.11.2026)
- wbadmin enable backup (Microsoft, abgerufen am 03.11.2026)
- wbadmin start backup (Microsoft, abgerufen am 03.11.2026)
