Bare-Metal-Restore automatisch testen: so geht es

Kurz gesagt: Ein Bare-Metal-Restore (BMR) stellt einen kompletten Server aus dem Image-Backup auf leerer Hardware oder in einer VM wieder her. Ob das wirklich klappt, weißt du erst nach einem Test. In der TERRA CLOUD übernimmt das ABSRT-Tool (Automatic Bare Metal System Restore Test) diesen Test automatisiert und meldet das Ergebnis per E-Mail.

Stand: 03.11.2026

Warum reicht ein grünes Backup-Protokoll nicht?

Ein Backup-Job, der ohne Fehler durchläuft, sagt nur, dass Daten im Vault angekommen sind. Er sagt nichts darüber, ob aus diesen Daten ein startfähiger Server wird. Fehlende Treiber, eine beschädigte Boot-Partition oder ein Dienst, der nach dem Restore nicht hochkommt, fallen erst beim echten Wiederherstellen auf. Genau dann hast du aber keine Zeit für Experimente.

Deshalb gehört zu jedem Image-Backup ein regelmäßiger Restore-Test. Manuell heißt das: Restore-ISO bauen, Testsystem bereitstellen, Rücksicherung anstoßen, Ergebnis prüfen. Das kostet pro Server schnell einen halben Tag und wird im Alltag gern verschoben. Ein automatisierter Test nimmt dir diese Arbeit ab.

Du kommst nicht weiter? Wir übernehmen das für dich, meist per Fernwartung. Ruf an: 0541 507 988 08, schreib uns oder buch ein Erstgespräch.

Was ist das ABSRT-Tool der TERRA CLOUD?

ABSRT steht für Automatic Bare Metal System Restore Test. Das Tool gehört zum TERRA CLOUD Backup und ist in der Backup-Dokumentation im TERRA CLOUD Wiki als eigener Abschnitt beschrieben. Es führt eine BMR-Testwiederherstellung automatisch durch und benachrichtigt dich anschließend per E-Mail über das Ergebnis.

Wichtig für die Planung: Laut Funktionsübersicht im Wiki stehen automatisierte BMR-Testwiederherstellungen für den Windows Agent und den vSphere Recovery Agent zur Verfügung. Für den Linux Agent und den Hyper-V Agent gibt es den Bare-Metal-Restore selbst, aber keinen automatisierten Test. Für Hyper-V-Hosts, die mit dem Windows Agent gesichert werden, nennt das Wiki zudem eine Einschränkung beim BMR, die in den Backup-FAQ erklärt ist.

Welche Voraussetzungen braucht der automatische Restore-Test?

Die Grundlage ist ein Image-Level-Job. Im Backup-Portal heißt diese Sicherungsart „Gesamtes System inklusive Bare-Metal Restore“. Ein reiner File-Level-Job sichert nur Dateien und Ordner und reicht für einen BMR nicht aus. Prüfe also zuerst, ob der Server mit einem Image-Job gesichert wird.

Dazu kommen laut Wiki:

  • ein Backup-Agent in einer aktuellen Version (ältere Versionen sind als EOL gekennzeichnet und erhalten nur Best-Effort-Support),
  • die ABSRT-Umgebung selbst, deren Voraussetzungen im Abschnitt „Voraussetzungen“ des ABSRT-Kapitels stehen,
  • eine vorbereitete CSV-Datei mit den Parametern der zu testenden Systeme.

Wie richtest du den automatischen BMR-Test ein?

Die Einrichtung folgt dem Aufbau des ABSRT-Kapitels im TERRA CLOUD Wiki. Die Details zu jedem Parameter stehen dort im Unterabschnitt „Erklärung der Parameter“.

  1. Image-Job prüfen: Öffne im Backup-Portal (backup.terracloud.de) den Backup-Job des Servers und stelle sicher, dass er als „Gesamtes System inklusive Bare-Metal Restore“ angelegt ist.
  2. CSV-Datei vorbereiten: Lege nach dem Muster aus dem Abschnitt „Vorbereitung der CSV-Datei“ eine Datei mit den zu testenden Systemen an. Pro Zeile stehen die Parameter eines Servers.
  3. Parameter ausfüllen: Trage die Werte laut „Erklärung der Parameter“ ein. Dazu gehören die Angaben zum Vault-Konto. Der Vault-Account besteht aus Kundennummer und Endkundenname in Großbuchstaben, zum Beispiel „12345-ENDKUNDEXY“. Konto und Benutzername sind dabei identisch.
  4. Convert ausführen: Im Abschnitt „Durchführung“ beschreibt das Wiki den Schritt „Convert“, mit dem das Tool die Vorgaben aus der CSV-Datei in den eigentlichen Testlauf überführt.
  5. Wiederherstellungstest starten: Danach läuft der eigentliche „Wiederherstellungstest“. Das Tool stellt das System aus dem Safeset wieder her und prüft, ob es startet.
  6. E-Mail-Benachrichtigung einrichten: Unter „Monitoring“ konfigurierst du die „E-Mail-Benachrichtigung ABSRT“, damit das Ergebnis jedes Tests automatisch bei dir ankommt.
  7. Optional per Skript: Wer den Test in eigene Abläufe einbinden will, findet im Unterabschnitt „Skriptbasierter Umgang ABSRT“ die passenden Hinweise. Für verschlüsselte Systeme gibt es einen eigenen Abschnitt zu VeraCrypt.

Das Wiki beschreibt außerdem die „Wiederherstellung außerhalb der ABSRT-Umgebung“. Das brauchst du, wenn aus dem Test ein echter Restore werden soll, etwa auf neuer Hardware beim Kunden.

Was prüfst du nach dem Test?

Die E-Mail sagt dir, ob das System aus dem Backup startet. Das ist die wichtigste Information, aber nicht die einzige. Sinnvoll ist ein Blick auf:

  • die Dauer des Restores: Sie bestimmt, wie lange ein Ausfall im Ernstfall wirklich dauert.
  • die Aufbewahrung: Aufbewahrungstypen haben zwei Werte, „Onlinespeicherung(Tage)“ und „Onlinekopien“. Ein Safeset wird erst gelöscht, wenn beide Werte überschritten sind. Standardtypen sind laut Wiki 24-Hours, 48-Hours, Daily, 4xDaily, Monthly und Yearly.
  • die Treiber: Für den Windows-BMR beschreibt das Wiki, wie du Treiber exportierst und eine Restore-ISO erzeugst. Fehlt ein Storage- oder Netzwerktreiber, startet das System zwar im Test, aber nicht auf abweichender Hardware.

Wie passt das zur 3-2-1-Regel?

Die 3-2-1-Regel ist eine einfache Faustregel für Backups: drei Kopien deiner Daten, auf zwei verschiedenen Medien, davon eine außer Haus. Das TERRA CLOUD Backup deckt den Teil „außer Haus“ ab und speichert Sicherungen laut Wiki in zwei Rechenzentren, getrennt nach primärem und sekundärem Vault. Die lokale Kopie, etwa ein Image auf einem NAS oder einer Wechselplatte, ergänzt du selbst.

Der automatische Restore-Test schließt die Lücke, die die 3-2-1-Regel offen lässt: Sie sagt, wo deine Backups liegen sollen, aber nicht, ob sie funktionieren. Erst Regel plus Test ergibt ein belastbares Konzept.

So unterstützen wir dich

Wir sind TERRA CLOUD Partner und richten das Backup inklusive Image-Job, Aufbewahrung und automatischem Restore-Test für dich ein. Danach überwachen wir die Ergebnisse und kümmern uns, wenn ein Test fehlschlägt. In Osnabrück und Umgebung kommen wir vorbei, entfernter arbeiten wir per Fernwartung. Mehr dazu auf unserer Seite zu Backup und Wiederherstellung.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ein Bare-Metal-Restore getestet werden?

Eine feste Vorgabe gibt es nicht. Da der Test automatisch läuft, spricht nichts dagegen, ihn regelmäßig und nach jeder größeren Änderung am Server anzustoßen, etwa nach Updates, neuen Treibern oder einem Wechsel der Hardware.

Funktioniert ABSRT auch für Linux-Server?

Laut Funktionsübersicht im TERRA CLOUD Wiki nicht. Automatisierte BMR-Testwiederherstellungen gibt es für den Windows Agent und den vSphere Recovery Agent. Linux-Systeme testest du manuell über den im Wiki beschriebenen BMR-Ablauf.

Muss der Server für das Backup von außen erreichbar sein?

Nein. Der Agent baut die Verbindung nach außen auf, eingehende Firewallregeln sind laut Wiki nicht nötig. Genutzt werden die Ports 8086 und 8087 für Portal-Registrierung und Verwaltung, 2546 zum Vault und 443 für Agenten-Updates.

Wie lange bleiben Sicherungen erhalten?

Das legt der Aufbewahrungstyp fest. Standardmäßig sind laut Wiki bis zu 365 Tage möglich, über den Typ Yearly auch 10 Jahre. Pro Backup-Job sind 50 Safesets im Kontingent enthalten.

Quellen