Kurz gesagt: Windows 11 verlangt unter anderem ein TPM 2.0, eine UEFI-Firmware mit Secure-Boot-Fähigkeit und einen Prozessor, den Microsoft als kompatibel einstuft. Sind TPM oder UEFI nur in der Firmware ausgeschaltet, lässt sich das meist schnell beheben. Ist der Prozessor nicht unterstützt, rät Microsoft von einer Installation ab: Dann ist ein neues Gerät der saubere Weg.
Stand: 04.11.2026
Welche Mindestanforderungen stellt Windows 11?
Laut Microsoft muss ein Gerät für die Installation oder das Upgrade auf Windows 11 mindestens Folgendes mitbringen:
- Prozessor: 1 GHz oder schneller, mindestens zwei Kerne, 64 Bit und kompatibel laut Microsofts Prozessoranforderungen.
- Arbeitsspeicher: mindestens 4 GB.
- Speicher: mindestens 64 GB.
- Systemfirmware: UEFI, Secure-Boot-fähig.
- TPM: Trusted Platform Module (TPM) in Version 2.0.
Für das direkte Upgrade muss außerdem Windows 10 ab Version 2004 mit dem Sicherheitsupdate vom 14.09.2021 oder neuer installiert sein. TPM 2.0 setzt UEFI voraus. Ein Rechner, der im alten Legacy-BIOS-Modus startet, erfüllt die Anforderung deshalb auch dann nicht, wenn ein TPM-Chip verbaut ist.
Du kommst nicht weiter? Wir übernehmen das für dich, meist per Fernwartung. Ruf an: 0541 507 988 08, schreib uns oder buch ein Erstgespräch.
Wie findest du heraus, woran das Upgrade scheitert?
- PC-Integritätsprüfung: Suche in der Taskleiste nach „PC-Integritätsprüfung“ und öffne die App. Fehlt sie, gibt es sie bei Microsoft unter aka.ms/GetPCHealthCheckApp. Im Bereich zur Windows-11-Eignung wählst du Jetzt überprüfen. Das Ergebnis nennt, welche Anforderung nicht erfüllt ist.
- TPM prüfen: Drücke Windows-Taste + R, gib tpm.msc ein und bestätige mit OK. Meldet die Konsole, dass kein kompatibles TPM gefunden wurde, ist es ausgeschaltet oder nicht vorhanden. Sonst steht unter TPM-Herstellerinformationen die Spezifikationsversion. Dort muss 2.0 stehen.
- Alternative in Windows 10: Unter Einstellungen > Update und Sicherheit > Windows-Sicherheit > Gerätesicherheit fehlt der Bereich Sicherheitsprozessor, wenn das TPM vermutlich ausgeschaltet ist.
- Startmodus prüfen: Starte msinfo32 und schau in der Systemübersicht (System Summary) beim Eintrag BIOS-Modus (BIOS Mode). Steht dort UEFI, passt die Firmware. Steht dort Legacy, läuft Windows im alten BIOS-Modus.
- Prozessor prüfen: Vergleiche dein Modell mit Microsofts Listen der unterstützten Prozessoren. Bei Intel beginnen die Core-Modelle dort mit der 8. Generation, bei AMD tauchen Ryzen-Desktopmodelle ab der Serie 2000 auf, die Serie 1000 fehlt. Spätere Generationen, die dieselben Anforderungen erfüllen, gelten laut Microsoft auch ohne Eintrag als unterstützt.
Wie aktivierst du TPM und Secure Boot im UEFI?
Die Bezeichnungen in der Firmware unterscheiden sich je nach Hersteller. Bei selbst zusammengebauten PCs ist das TPM laut Microsoft häufig ab Werk ausgeschaltet, lässt sich aber meist aktivieren. So kommst du aus Windows 10 in die Firmware:
- Öffne Einstellungen > Update und Sicherheit > Wiederherstellung und wähle unter „Erweiterter Start“ Jetzt neu starten.
- Wähle Problembehandlung > Erweiterte Optionen > UEFI-Firmwareeinstellungen und dann Neu starten.
- Suche in Untermenüs wie „Erweitert“, „Sicherheit“ oder „Trusted Computing“ nach dem TPM. Übliche Namen sind Security Device Support, TPM State, AMD fTPM switch, AMD PSP fTPM oder Intel PTT (Platform Trust Technology). Schalte die Option ein.
- Für Secure Boot muss der Startmodus von Legacy-BIOS (auch CSM genannt) auf UEFI umgestellt sein. Bietet die Firmware beides an, sollte UEFI die erste oder einzige Option sein.
- Speichere die Einstellungen, starte Windows und führe die PC-Integritätsprüfung erneut aus.
Für das Upgrade reicht es laut Microsoft, dass der PC Secure Boot unterstützt, also im UEFI-Modus läuft. Secure Boot tatsächlich einzuschalten, ist ein zusätzlicher Schutz. Bist du unsicher, hilft die Supportseite deines PC-Herstellers.
Achtung bei Legacy-Installationen: Wurde Windows im Legacy-Modus auf einem MBR-Datenträger installiert, startet es nach dem bloßen Umschalten auf UEFI nicht mehr. Microsofts Werkzeug MBR2GPT wandelt den Datenträger in GPT um, ohne die Daten zu löschen. Danach muss die Firmware auf UEFI umgestellt werden. Die Umwandlung lässt sich nicht rückgängig machen, BitLocker muss währenddessen angehalten sein. Mach vorher eine vollständige Datensicherung.
Was gilt, wenn der Prozessor nicht unterstützt wird?
Einen Prozessor kannst du nicht per Einstellung kompatibel machen. Tricks zum Umgehen der Prüfung gibt es zwar. Microsoft rät ausdrücklich davon ab, Windows 11 auf Geräten ohne die Mindestanforderungen zu installieren, und nennt die Folgen:
- Das Gerät kann wegen Kompatibilitätsproblemen fehlerhaft arbeiten.
- Updates sind nicht garantiert, auch keine Sicherheitsupdates.
- Microsoft leistet keinen Support, auf dem Desktop erscheint ein Wasserzeichen.
- Schäden durch fehlende Kompatibilität deckt die Herstellergarantie nicht ab.
Im Firmenumfeld ist das kein tragfähiger Weg. Der saubere Ausweg ist ein Gerät, das die Anforderungen erfüllt. Für den Übergang gibt es die erweiterten Sicherheitsupdates für Windows 10.
Was bedeutet das Supportende von Windows 10 für dich?
Der Support für Windows 10 endete am 14.10.2025. Seitdem gibt es keine Funktions- und Qualitätsupdates mehr, also auch keine Sicherheitsupdates, und keinen technischen Support. Der PC läuft weiter, ist aber angreifbarer.
Unternehmen können Geräte in das kostenpflichtige Programm Extended Security Updates (ESU) aufnehmen. Es wird jahresweise gekauft, wer später einsteigt, zahlt die zurückliegenden Jahre mit. Laut Microsoft sind höchstens drei Jahre möglich, das dritte ESU-Jahr endet am 10.10.2028. Voraussetzung ist Windows 10 in Version 22H2. Microsoft beschreibt ESU als vorübergehende Brücke, nicht als Dauerlösung: Neue Funktionen und allgemeiner Support sind nicht enthalten.
So unterstützen wir dich
Wir prüfen deine Geräte per Fernwartung auf die Windows-11-Anforderungen und schalten TPM und UEFI ein, wo die Hardware es hergibt. Für Rechner mit nicht unterstütztem Prozessor planen wir mit dir den Austausch und überbrücken bei Bedarf mit ESU. Mehr dazu auf unserer Seite zu Managed IT für Unternehmen in Osnabrück und Umgebung.
Häufige Fragen
Kann ich TPM 2.0 nachrüsten?
Zeigt tpm.msc Version 1.2 und das Gerät unterstützt 2.0, verweist Microsoft auf den Gerätehersteller für ein Update.
Muss Secure Boot für das Upgrade eingeschaltet sein?
Nein. Laut Microsoft genügt es, dass der PC Secure Boot unterstützt und im UEFI-Modus läuft. Eingeschaltet schützt Secure Boot zusätzlich vor manipulierter Startsoftware.
Woran erkenne ich, ob Windows im UEFI-Modus läuft?
Starte msinfo32 und lies in der Systemübersicht den Eintrag BIOS-Modus. UEFI ist richtig, Legacy bedeutet alter BIOS-Modus.
Funktioniert mein Windows-10-PC nach dem Supportende weiter?
Ja, er startet und arbeitet weiter. Ohne ESU bekommt er aber keine Sicherheitsupdates mehr und ist damit einem höheren Risiko durch Schadsoftware ausgesetzt.
Quellen
- Windows 11 requirements (Microsoft Learn, abgerufen am 04.11.2026)
- Enable TPM 2.0 on your PC (Microsoft Support, abgerufen am 04.11.2026)
- Windows 11 and Secure Boot (Microsoft Support, abgerufen am 04.11.2026)
- So verwenden Sie die App PC-Integritätsprüfung (Microsoft Support, abgerufen am 04.11.2026)
- Windows 10 device with secure boot enabled shows as Not Compliant in Intune (Microsoft Learn, abgerufen am 04.11.2026)
- Windows 11 supported Intel processors (Microsoft Learn, abgerufen am 04.11.2026)
- Windows 11 supported AMD processors (Microsoft Learn, abgerufen am 04.11.2026)
- MBR2GPT.EXE (Microsoft Learn, abgerufen am 04.11.2026)
- Installing Windows 11 on devices that don’t meet minimum system requirements (Microsoft Support, abgerufen am 04.11.2026)
- Windows 10 support has ended on October 14, 2025 (Microsoft Support, abgerufen am 04.11.2026)
- Extended Security Updates (ESU) program for Windows 10 (Microsoft Learn, abgerufen am 04.11.2026)
- Lifecycle FAQ: Extended Security Updates (Microsoft Learn, abgerufen am 04.11.2026)
