Terminalserver: RDS-Kulanzzeitraum abgelaufen

Kurz gesagt: Ein neuer Terminalserver läuft 120 Tage ohne Lizenzserver. Danach brauchen Benutzer oder Geräte eine gültige RDS-CAL von einem aktivierten Remotedesktop-Lizenzserver, sonst ist keine Anmeldung mehr möglich. Die Lösung ist kein Zurücksetzen des Kulanzzeitraums, sondern ein aktivierter Lizenzserver mit passenden CALs und die richtige Konfiguration auf dem Sitzungshost.

Stand: 03.11.2026

Was passiert, wenn der RDS-Kulanzzeitraum abläuft?

Microsoft gewährt für Remote Desktop Services einen Kulanzzeitraum (grace period) von 120 Tagen, in dem kein Lizenzserver nötig ist. Danach müssen Clients eine gültige RDS-Clientzugriffslizenz (RDS-CAL) von einem Lizenzserver erhalten, bevor sie sich am Sitzungshost anmelden können. Fehlt der Lizenzserver, ist er nicht aktiviert oder findet der Sitzungshost ihn nicht, scheitert die Anmeldung am Terminalserver.

Typisch ist das bei Servern, die als Terminalserver eingerichtet wurden, ohne dass jemand den Lizenzserver fertig konfiguriert hat. Vier Monate lang fällt das nicht auf, dann kommen die Benutzer plötzlich nicht mehr auf den Server.

Du kommst nicht weiter? Wir übernehmen das für dich, meist per Fernwartung. Ruf an: 0541 507 988 08, schreib uns oder buch ein Erstgespräch.

Wie prüfst du den Kulanzzeitraum und die Lizenzeinstellungen?

Die verbleibenden Tage zeigt dir dieser PowerShell-Befehl auf dem Sitzungshost:

$obj = gwmi -namespace „Root/CIMV2/TerminalServices“ Win32_TerminalServiceSetting
$obj.GetGracePeriodDays()

Mit demselben Objekt siehst du, welchen Lizenzserver und welchen Lizenzierungsmodus der Sitzungshost verwendet:

$obj.GetSpecifiedLicenseServerList()
$obj.LicensingType

Ist kein Lizenzserver eingetragen oder der Modus nicht gesetzt, liegt dort der Fehler.

Wie behebst du das Problem?

  1. Lizenzserver prüfen: Starte auf dem Lizenzserver den Remotedesktoplizenzierungs-Manager (Remote Desktop Licensing Manager). Prüfe, ob der Server aktiviert ist und ob der Bereich (Scope) stimmt.
  2. CALs installieren: Installiere die gekauften RDS-CALs auf dem Lizenzserver. Typ (pro Benutzer oder pro Gerät) und Version müssen zum Sitzungshost passen.
  3. Gruppenmitgliedschaft prüfen: Der Lizenzserver muss Mitglied der Domänengruppe „Terminal Server License Servers“ sein.
  4. Lizenzserver und Modus auf dem Sitzungshost setzen: Das geht über die Remotedesktopverwaltung auf dem aktiven Broker oder per Gruppenrichtlinie unter Computerkonfiguration > Richtlinien > Administrative Vorlagen > Windows-Komponenten > Remotedesktopdienste > Remotedesktopsitzungs-Host > Lizenzierung (Computer Configuration > Policies > Administrative Templates > Windows Components > Remote Desktop Services > Remote Desktop Session Host > Licensing). Dort gibt es die Einstellungen für die zu verwendenden Lizenzserver (Use the specified Remote Desktop license servers) und den Lizenzierungsmodus (Set the Remote Desktop licensing mode).
  5. Gruppenrichtlinie kontrollieren: Prüfe mit gpresult /H bericht.html, ob die Richtlinie ankommt.
  6. Ports prüfen: Die erforderlichen TCP-Ports zwischen Sitzungshost und Lizenzserver müssen offen sein.
  7. Ereignisprotokoll lesen: Auf dem Lizenzserver findest du Hinweise in der Ereignisanzeige unter Application and Services LogsWindowsTerminalServices-LicensingOperational (Anwendungs- und Dienstprotokolle).

Wichtig: Eine Gruppenrichtlinie hat Vorrang. Ist der Lizenzserver per lokaler oder Domänenrichtlinie gesetzt, wirken die Einstellungen aus der grafischen Remotedesktopverwaltung nicht. Wer dort ändert und sich wundert, dass nichts passiert, sollte zuerst nach einer Richtlinie suchen.

Kann man den Kulanzzeitraum zurücksetzen?

Technisch ja, der Kulanzzeitraum lässt sich wieder auf 120 Tage setzen. Microsoft empfiehlt das ausdrücklich nicht. Stattdessen sollst du einen Lizenzserver mit einem Lizenzpaket einrichten. Ein Zurücksetzen verschiebt das Problem nur um vier Monate und ersetzt keine gültige Lizenzierung.

Welche CAL-Version brauchst du?

Die RDS-CAL muss mindestens der Windows-Server-Version des Sitzungshosts entsprechen. Ältere CALs funktionieren nicht mit neueren Servern, neuere CALs dagegen mit älteren. Beispiel aus der Microsoft-Doku: Windows-Server-2022-CALs funktionieren auf Sitzungshosts bis Windows Server 2022, aber nicht auf Windows Server 2025.

Auch der Lizenzserver muss passen. Er muss mindestens die Version der CALs haben, die du darauf installierst. CALs für Windows Server 2025 lassen sich also nur auf einem Lizenzserver mit Windows Server 2025 installieren.

Bei den Typen gilt: Pro-Gerät-CALs sind dem Gerät zugeordnet, eignen sich etwa für Schichtbetrieb an denselben Rechnern und lassen sich auch ohne Active Directory verwalten. Pro-Benutzer-CALs werden einem Benutzer im Active Directory zugeordnet und lassen sich in einer Arbeitsgruppe nicht verfolgen.

So unterstützen wir dich

Wir richten Terminalserver für Unternehmen, Praxen und Kanzleien ein und kümmern uns um Lizenzserver, CALs und Gruppenrichtlinien. Ist der Kulanzzeitraum schon abgelaufen, helfen wir meist direkt per Fernwartung, in Osnabrück und Umgebung auch vor Ort. Mehr dazu auf unserer Seite zum IT-Support in Osnabrück.

Häufige Fragen

Wie lange läuft ein Terminalserver ohne Lizenzserver?

Microsoft nennt einen Kulanzzeitraum von 120 Tagen. Danach braucht jeder Client eine gültige RDS-CAL von einem Lizenzserver.

Reicht es, die CALs zu kaufen?

Nein. Die CALs müssen auf einem aktivierten Lizenzserver installiert sein, und der Sitzungshost muss diesen Server und den passenden Lizenzierungsmodus kennen.

Warum wirkt meine Änderung in der Remotedesktopverwaltung nicht?

Vermutlich ist eine Gruppenrichtlinie gesetzt. Sie hat Vorrang vor den Einstellungen aus der grafischen Verwaltung.

Passen Windows-Server-2019-CALs zu einem Server 2022?

Nein. Laut Microsoft brauchst du für einen Sitzungshost mit Windows Server 2022 CALs für Windows Server 2022 oder 2025.

Quellen