Kurz gesagt: Die IT-Notfallkarte „Verhalten bei IT-Notfällen“ ist ein kostenloser Aushang des BSI, aufgebaut wie das bekannte Schild „Verhalten im Brandfall“. Sie sagt Mitarbeitenden in drei Punkten, was bei einem IT-Notfall zu tun ist, und enthält ein Feld für die Notfallnummer deiner IT. Du trägst die Nummer ein, druckst die Karte aus und hängst sie dort auf, wo sie im Ernstfall gebraucht wird.
Stand: 03.11.2026
Was ist die IT-Notfallkarte des BSI?
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat die Karte als Hinweisschild für IT-Anwenderinnen und IT-Anwender entwickelt. Sie soll Beschäftigten bei IT-Notfällen aller Art erste Verhaltenshinweise geben, damit die Organisation vom ersten Moment an richtig reagiert. Ob eine Störung nur eine Fehlfunktion oder ein Cyberangriff ist, sollen nicht die Mitarbeitenden beurteilen, sondern die zuständigen Stellen.
Ein IT-Notfall liegt laut BSI vor, wenn die Arbeitsplatz-IT nicht mehr wie gewohnt funktioniert. Nicht jede Störung ist ein Angriff, ein Ausfall kann aber darauf zurückgehen. Im Zweifel soll lieber früher als später Fachpersonal kontaktiert werden.
Du kommst nicht weiter? Wir übernehmen das für dich, meist per Fernwartung. Ruf an: 0541 507 988 08, schreib uns oder buch ein Erstgespräch.
Welche Verhaltensregeln stehen auf der Karte?
Das BSI fasst die Karte in drei Kernbotschaften zusammen:
- Ansprechpartner kennen: „Kenntnis der Ansprechpartner für IT-Notfälle in der Organisation und deren Erreichbarkeit.“
- Sofort melden: „Sofortige Weitergabe entscheidender Informationen zu IT-Notfällen.“
- Nichts auf eigene Faust: „Gegenmaßnahmen nur nach Absprache/Anweisung mit den für IT-Notfällen zuständigen Ansprechpartnern.“
Der dritte Punkt ist in der Praxis der wichtigste. Gut gemeinte Eigeninitiative, etwa Dateien löschen, Programme neu installieren oder den Rechner mehrfach neu starten, kann Spuren vernichten oder den Schaden vergrößern. Die Karte lenkt den Impuls in die richtige Richtung: erst anrufen, dann nach Anweisung handeln.
Warum steht nicht „Stecker ziehen“ auf der Karte?
Viele erwarten eine klare Anweisung wie „Netzwerkkabel ziehen“. Das BSI erklärt in seinen FAQ, warum es darauf verzichtet: IT-Notfälle sind zu verschieden für eine pauschale Regel. Mobile Geräte laufen zum Beispiel im Akkubetrieb weiter, und bei WLAN- oder Mobilfunkverbindung gibt es gar kein Netzwerkkabel. Weitere Maßnahmen legt deshalb jede Organisation selbst fest. Der wichtigste erste Schritt ist laut BSI, kurzfristig qualifiziertes Fachpersonal zu erreichen.
Wie bereitest du die Karte vor?
- Lade die Karte auf der BSI-Seite herunter. Es gibt sie als PDF in DIN A4 und als Version mit Freifläche für dein eigenes Logo.
- Trag im editierbaren Feld die Rufnummer für IT-Notfälle ein. Das kann dein interner IT-Support sein oder ein externer Dienstleister.
- Prüfe, ob die Nummer im Notfall wirklich erreichbar ist, auch wenn E-Mail und Telefonanlage ausfallen. Die Kontaktpersonen müssen laut BSI eingeführt und erreichbar sein.
- Drucke die Karte aus. Das BSI nennt dafür verschiedene Größen.
- Häng sie in Fluren, Arbeits- und Werkräumen sowie an IT-Arbeitsplätzen auf. Zusätzlich kannst du sie an Mitarbeitende verteilen.
Neben Deutsch bietet das BSI Sprachfassungen unter anderem auf Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Spanisch, Türkisch, Ukrainisch, Ungarisch, Chinesisch und Vietnamesisch an. Für mehrsprachige Teams lohnt es sich, die passenden Fassungen nebeneinander aufzuhängen.
Was darfst du an der Karte verändern?
Die Nutzung und Verbreitung ist ausdrücklich erwünscht, auch durch Dienstleister der Organisation. Du darfst die Karte innerhalb deiner Organisation nutzen, vervielfältigen, verteilen und die vorgesehenen Felder ausfüllen. Weitere Änderungen und eine kommerzielle Nutzung sind nicht gestattet. Für ein eigenes Logo nimmst du die Version mit Freifläche.
Reicht die Karte als Notfallvorsorge?
Nein, sie ist ein Einstieg. Das BSI sieht die Karte als einen von drei Bausteinen: Sie richtet sich an die Anwender. Der Maßnahmenkatalog zum Notfallmanagement mit Fokus auf IT-Notfälle richtet sich an Geschäftsführung und IT-Verantwortliche in kleinen und mittleren Unternehmen. Die TOP-12-Maßnahmen bei Cyberangriffen sind für IT-Verantwortliche und Administratoren gedacht.
Der Maßnahmenkatalog gliedert die Aufgaben in vier Phasen: Vorbereitung, Bereitschaft, Bewältigung und Nachbereitung. Die Notfallkarte gehört in die Vorbereitung und wird in der Bereitschaftsphase genutzt. Langfristig empfiehlt das BSI ein Informationssicherheits-Managementsystem mit Notfallmanagement, zu dem Notfall-Leitlinie, Notfallvorsorgekonzept und Notfallhandbuch gehören. Führ die Karte am besten in einer kurzen Schulung ein und ermutige dein Team regelmäßig, auffälliges Verhalten von IT-Systemen zu melden.
So unterstützen wir dich
Wenn wir deine IT betreuen, kannst du unsere Nummer als IT-Notfallnummer auf der Karte eintragen. Im Ernstfall reagieren wir in Osnabrück und Umgebung vor Ort, sonst per Fernwartung, und helfen dir beim Aufbau eines passenden Notfallplans. Mehr dazu auf unserer Seite zur Soforthilfe bei einem Hackerangriff.
Häufige Fragen
Was kostet die IT-Notfallkarte?
Nichts. Das BSI stellt sie als PDF zum Download bereit und wünscht ausdrücklich, dass sie genutzt und verbreitet wird.
Welche Nummer trage ich ein?
Die Rufnummer, unter der im Notfall IT-Fachpersonal erreichbar ist, also dein interner IT-Support oder dein IT-Dienstleister.
Darf ich unser Firmenlogo auf die Karte setzen?
Ja, dafür gibt es eine eigene Version mit Freifläche. Weitere Änderungen am Inhalt sind nicht erlaubt.
Wo hänge ich die Karte am besten auf?
Überall dort, wo die Information im Notfall gebraucht wird: in Fluren, Arbeits- und Werkräumen und direkt an IT-Arbeitsplätzen.
Quellen
- IT-Notfallkarte „Verhalten bei IT-Notfällen“ (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, abgerufen am 03.11.2026)
- FAQ zur IT-Notfallkarte (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, abgerufen am 03.11.2026)
- Maßnahmenkatalog zum Notfallmanagement (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, abgerufen am 03.11.2026)
