Entra Connect Sync oder Cloud Sync: Vergleich

Kurz gesagt: Entra Connect Sync ist ein Synchronisationsserver, den du vor Ort installierst und verwaltest. Entra Cloud Sync arbeitet mit schlanken Agenten, die Konfiguration liegt in der Cloud, und mehrere Agenten sichern sich gegenseitig ab. Microsoft nennt Cloud Sync den empfohlenen Weg für die meisten Organisationen. Connect Sync bleibt nötig, wenn du Funktionen wie erweiterte Synchronisationsregeln, Pass-Through-Authentifizierung über den Assistenten oder AD FS brauchst.

Stand: 03.11.2026

Was machen Connect Sync und Cloud Sync?

Beide Werkzeuge synchronisieren Benutzer, Gruppen und Kontakte aus deinem lokalen Active Directory nach Microsoft Entra ID. Damit melden sich deine Mitarbeitenden mit demselben Konto am Firmen-PC und in Microsoft 365 an. Der Unterschied liegt in der Architektur.

Entra Connect Sync ist eine vollständige Installation auf einem lokalen Server. Konfiguration, Updates und Fehlersuche erfolgen direkt auf diesem Server. Fällt er aus, stoppt laut Microsoft die Synchronisation, bis der Server wieder läuft.

Entra Cloud Sync besteht aus zwei Teilen: dem Microsoft Entra Provisioning Agent, einem schlanken Agenten in deinem Netzwerk, und dem Provisioning-Dienst in der Cloud. Der Agent baut nur ausgehende Verbindungen auf und aktualisiert sich automatisch. Die Synchronisation läuft laut Microsoft alle zwei Minuten. Die gesamte Konfiguration verwaltest du im Microsoft Entra Admin Center, auch ohne VPN ins Firmennetz.

Du kommst nicht weiter? Wir übernehmen das für dich, meist per Fernwartung. Ruf an: 0541 507 988 08, schreib uns oder buch ein Erstgespräch.

Wo liegen die wichtigsten Unterschiede?

Microsoft stellt die Funktionen in einem Entscheidungsleitfaden gegenüber. Die für kleine und mittlere Unternehmen wichtigsten Punkte:

FunktionConnect SyncCloud Sync
Benutzer, Gruppen, Kontaktejaja
Kennwort-Hash-Synchronisierungjaja
Kennwortrückschreiben (SSPR)jaja
Exchange-Hybrid-Attributejaja
Geräte für Hybrid Join synchronisierenjaja, separat aktivieren
Seamless Single Sign-Onjaja
Filter nach Organisationseinheitenjaja
Filter nach Attributenjaeingeschränkt
Erweiterte Synchronisationsregelnjanein, nur Ausdrucks-Generator
Pass-Through-Authentifizierung einrichtenjanein, separat
AD-FS-Einrichtungjanein, separate Werkzeuge
Mehrere aktive Instanzen mit Failoverneinja
Nicht verbundene Gesamtstrukturenneinja
Gruppen aus der Cloud ins AD schreibenneinja
Bereitstellung bei Bedarf (On-Demand)neinja
Objekte pro Domäneunbegrenztbis 150.000
Mitglieder pro Gruppebis 250.000bis 50.000

Die Grenzen von Cloud Sync bei 150.000 Objekten und 50.000 Gruppenmitgliedern spielen für die meisten Mittelständler keine Rolle. Wichtiger ist, ob du heute Sonderfunktionen von Connect Sync nutzt.

Wann passt Cloud Sync?

Microsoft nennt im Leitfaden Kriterien, bei denen eine Organisation sofort umsteigen kann:

  • weniger als 150.000 Objekte pro AD-Domäne und Gruppen mit weniger als 50.000 Mitgliedern
  • Anmeldung per Kennwort-Hash-Synchronisierung, oder AD FS und Pass-Through-Authentifizierung werden separat verwaltet
  • Filter nach Organisationseinheiten statt komplexer Attributregeln
  • eine Gesamtstruktur oder verbundene Gesamtstrukturen
  • bei Hybrid Join: Gerätesynchronisierung wird in die Planung aufgenommen

Dazu kommen die Vorteile im Betrieb. Du kannst den Agenten auf mehreren Servern installieren, zum Beispiel auf zwei Domänencontrollern. Fällt einer aus, synchronisiert der andere weiter. Updates und Sicherheitspatches für den Agenten kommen automatisch von Microsoft. Laut Microsoft entstehen neue Synchronisationsfunktionen vorrangig auf der Cloud-Sync-Plattform.

Wann bleibst du besser bei Connect Sync?

Connect Sync bleibt die richtige Wahl, wenn du Funktionen nutzt, die Cloud Sync nicht bietet:

  • komplexe, selbst geschriebene Synchronisationsregeln
  • umfangreiche Filter nach Attributen
  • Objektbeziehungen über Gesamtstrukturen hinweg oder Attribute aus mehreren Domänen, die zusammengeführt werden
  • Geräterückschreiben (Device Writeback). Laut Microsoft wird es zugunsten von Cloud Kerberos Trust nicht weitergeführt.

Pass-Through-Authentifizierung und Seamless SSO funktionieren laut Microsoft auch nach einem Umstieg weiter, sie werden dann nur getrennt von der Synchronisation verwaltet.

Wie gehst du beim Umstieg vor?

  1. Bestand aufnehmen: Welche Funktionen von Connect Sync nutzt du heute? Gleiche sie mit der Tabelle ab.
  2. Weg wählen: Microsoft empfiehlt zuerst das geführte Migrationswerkzeug, wenn deine Installation dessen Voraussetzungen erfüllt. Gerätesynchronisierung gilt dort aktuell als Hindernis.
  3. Sonst manuell: Gibt es für dein Szenario eine dokumentierte manuelle Migration, nutze diese. Microsoft stellt dafür eine Pilot-Anleitung bereit.
  4. Andernfalls bleiben: Fehlt eine nötige Funktion, bleibst du vorerst bei Connect Sync und beobachtest die Ankündigungen von Microsoft.

So unterstützen wir dich

Wir prüfen deine bestehende Synchronisation, sagen dir, ob Cloud Sync passt, und begleiten den Umstieg mit einem Pilot, damit sich niemand plötzlich nicht mehr anmelden kann. Das gehört bei uns zur Planung von Cloud- und Serverinfrastruktur. In Osnabrück und Umgebung arbeiten wir auch vor Ort, sonst per Fernwartung.

Häufige Fragen

Ist Entra Cloud Sync der Nachfolger von Connect Sync?

Microsoft bezeichnet Cloud Sync als strategische Richtung für die Hybrid-Identitätssynchronisierung. Neue Funktionen entstehen vorrangig dort, Connect Sync wird für Szenarien ohne Migrationspfad aber weiter genutzt.

Kann der Cloud-Sync-Agent auf einem Domänencontroller laufen?

Ja. Laut Microsoft lässt sich der Agent auf vorhandenen Domänencontrollern oder auf eigenen Servern installieren.

Wie oft synchronisiert Cloud Sync?

Der Provisioning-Dienst arbeitet laut Microsoft mit einem Zeitplan, der alle zwei Minuten synchronisiert.

Funktioniert Exchange Hybrid mit Cloud Sync?

Ja. Die Exchange-Hybrid-Attribute werden laut Microsoft von beiden Werkzeugen vollständig unterstützt.

Quellen