Kurz gesagt: Den DNS-Cache unter Windows leerst du mit dem Befehl ipconfig /flushdns in der Eingabeaufforderung. Windows verwirft damit alle zwischengespeicherten Namensauflösungen, auch fehlerhafte oder veraltete Einträge, und fragt beim nächsten Aufruf wieder den DNS-Server. Das hilft, wenn eine Website oder ein Server nach einer Umstellung nicht erreichbar ist, obwohl die Adresse stimmt.
Stand: 03.11.2026
Was ist der DNS-Cache und warum leert man ihn?
Jedes Mal, wenn dein Rechner einen Namen wie team-data.de oder den Namen eines Servers im Firmennetz aufruft, muss er die zugehörige IP-Adresse ermitteln. Dafür fragt er einen DNS-Server. Damit das nicht bei jedem Klick passiert, merkt sich der DNS-Client-Dienst von Windows die Antworten in einem Zwischenspeicher, dem DNS-Client-Resolver-Cache. Darin liegen außerdem die Einträge aus der lokalen Hosts-Datei. Häufig abgefragte Namen löst Windows so direkt aus dem Cache auf, bevor es die konfigurierten DNS-Server befragt.
Das Problem: Ändert sich die IP-Adresse hinter einem Namen, etwa beim Umzug einer Website, nach einem Serverwechsel im Firmennetz oder nach einer Änderung am Router, arbeitet Windows unter Umständen noch mit dem alten Eintrag. Auch Negativeinträge bleiben im Cache: Wurde ein Name einmal nicht gefunden, merkt sich Windows das für eine Weile, und die Seite bleibt scheinbar unerreichbar, obwohl der Fehler längst behoben ist. In beiden Fällen hilft es, den Cache zu leeren.
Du kommst nicht weiter? Wir übernehmen das für dich, meist per Fernwartung. Ruf an: 0541 507 988 08, schreib uns oder buch ein Erstgespräch.
Wie leerst du den DNS-Cache unter Windows?
- Öffne die Eingabeaufforderung: Tippe im Startmenü „cmd“ ein und starte die Eingabeaufforderung. Für das Leeren des Caches reichen normale Benutzerrechte in der Regel aus.
- Gib den Befehl ein und bestätige mit der Eingabetaste:
ipconfig /flushdns - Windows bestätigt mit einer kurzen Meldung, dass der DNS-Auflösungscache geleert wurde.
- Rufe die Website oder den Server erneut auf. Windows fragt jetzt den DNS-Server neu und übernimmt die aktuelle Adresse.
Der Befehl funktioniert auf Windows 10, Windows 11 und Windows Server gleichermaßen. Er leert den Cache des Betriebssystems. Browser führen teilweise einen eigenen DNS-Zwischenspeicher. Wenn eine Seite im Browser weiterhin falsch aufgelöst wird, hilft es, den Browser komplett zu schließen und neu zu starten.
Welche weiteren ipconfig-Befehle helfen bei DNS-Problemen?
ipconfig zeigt alle aktuellen TCP/IP-Werte an und aktualisiert DHCP- und DNS-Einstellungen. Diese Parameter brauchst du bei der Fehlersuche am häufigsten:
| Befehl | Was er macht |
|---|---|
| ipconfig | Zeigt für alle Adapter IPv4- und IPv6-Adresse, Subnetzmaske und Standardgateway. |
| ipconfig /all | Zeigt die vollständige TCP/IP-Konfiguration aller physischen und logischen Adapter, darunter auch die eingetragenen DNS-Server. Hier prüfst du, ob der Rechner überhaupt den richtigen DNS-Server nutzt. |
| ipconfig /displaydns | Zeigt den Inhalt des DNS-Client-Resolver-Cache. So siehst du vor dem Leeren, welcher Eintrag falsch ist. |
| ipconfig /flushdns | Leert den DNS-Client-Resolver-Cache einschließlich Negativeinträgen und dynamisch hinzugefügten Einträgen. |
| ipconfig /registerdns | Startet die manuelle dynamische Registrierung der DNS-Namen und IP-Adressen des Rechners beim DNS-Server. Hilft im Firmennetz, wenn ein Rechner nicht unter seinem Namen erreichbar ist, ohne Neustart. |
| ipconfig /release und ipconfig /renew | Gibt die per DHCP bezogene IP-Konfiguration frei und holt sie neu. Nur für Adapter, die ihre Adresse automatisch beziehen. Für IPv6 gibt es /release6 und /renew6. |
Die Befehle lassen sich auf einzelne Adapter beschränken. Enthält der Adaptername Leerzeichen, setzt du ihn in Anführungszeichen, zum Beispiel ipconfig /renew „Ethernet 2“. Platzhalter sind erlaubt: Local* trifft alle Adapter, deren Name mit „Local“ beginnt, *Con* alle, deren Name „Con“ enthält.
Was tun, wenn das Leeren des Caches nicht hilft?
- Prüfe mit ipconfig /all, welcher DNS-Server eingetragen ist. Im Firmennetz sollte das in der Regel der eigene Server oder Router sein, nicht ein beliebiger öffentlicher DNS.
- Erneuere die DHCP-Konfiguration mit ipconfig /release und anschließend ipconfig /renew. Dabei wird die Netzwerkverbindung kurz getrennt.
- Im Firmennetz mit eigenem DNS-Server: Der Server hat selbst einen Cache. Wenn alle Rechner denselben alten Eintrag sehen, muss der Cache auf dem DNS-Server geleert werden, nicht auf jedem Client.
- Prüfe die Hosts-Datei des Rechners. Einträge dort landen ebenfalls im Cache und überschreiben die Antwort des DNS-Servers.
So unterstützen wir dich
Wir betreuen Netzwerke von Unternehmen, Praxen und Kanzleien in Osnabrück und Umgebung, von der DNS- und DHCP-Konfiguration am Server bis zur Fehlersuche am einzelnen Arbeitsplatz. Entfernter helfen wir per Fernwartung. Mehr dazu auf unserer Seite zu Netzwerk und Infrastruktur.
Häufige Fragen
Brauche ich Administratorrechte für ipconfig /flushdns?
In der Regel nicht. Das Leeren des Caches läuft meist mit normalen Benutzerrechten. Für Änderungen wie /release, /renew oder /setclassid brauchst du in der Praxis eine Eingabeaufforderung als Administrator.
Kann das Leeren des DNS-Cache etwas kaputt machen?
Nein. Der Cache füllt sich beim nächsten Aufruf automatisch wieder. Du verlierst nur zwischengespeicherte Antworten, keine Einstellungen.
Wie oft sollte ich den DNS-Cache leeren?
Nur bei Bedarf, also wenn ein Name nicht oder falsch aufgelöst wird. Im normalen Betrieb verwaltet Windows den Cache selbst.
Wie leere ich den DNS-Cache in der PowerShell?
ipconfig /flushdns funktioniert auch in der PowerShell, da es ein normales Programm ist. Du musst dafür nicht in die klassische Eingabeaufforderung wechseln.
Quellen
- ipconfig (Windows Commands) (Microsoft Learn, abgerufen am 03.11.2026)
