DHCP vergibt keine IP-Adressen: Ursachen und Lösung

Kurz gesagt: Wenn der DHCP-Server keine IP-Adressen mehr vergibt, ist meist der Bereich voll, der Dienst gestoppt, der Server in Active Directory nicht autorisiert oder der Bereich deaktiviert. Bei Clients in einem anderen Netzsegment fehlt oft die DHCP-Weiterleitung am Router. Prüfe zuerst mit ipconfig /all am Client, dann Dienst, Autorisierung und Bereichsstatistik am Server.

Stand: 03.11.2026

Woran erkennst du, dass DHCP das Problem ist?

Ein Computer, der keine Adresse vom DHCP-Server bekommt, hat kein Netz: keine Freigaben, kein Internet, keine Anmeldung an der Domäne. Am Client prüfst du das mit ipconfig /all in der Eingabeaufforderung. Steht dort keine gültige Adresse aus deinem Firmennetz, hat der Client den DHCP-Server nicht erreicht oder keine Antwort bekommen.

Wichtig ist die Frage, wie viele Geräte betroffen sind. Ein einzelner Computer deutet auf Kabel, Netzwerkkarte oder Switchport hin. Bekommen viele oder alle neuen Geräte keine Adresse, liegt das Problem am Server oder im Netz dazwischen.

Du kommst nicht weiter? Wir übernehmen das für dich, meist per Fernwartung. Ruf an: 0541 507 988 08, schreib uns oder buch ein Erstgespräch.

Was prüfst du am Client?

Microsoft nennt für DHCP-Clients diese Punkte:

  1. Ist das Netzwerkkabel am Computer und am Switch eingesteckt und intakt?
  2. Ist auf dem Switch, an dem der Client hängt, eine MAC-Filterung aktiv, die das Gerät aussperrt?
  3. Ist die Netzwerkkarte aktiviert und ist der richtige, aktuelle Treiber installiert?
  4. Läuft der Dienst DHCP-Client? Mit dem Befehl net start siehst du die laufenden Dienste, dort muss „DHCP Client“ auftauchen.
  5. Blockiert eine Firewall auf dem Client die UDP-Ports 67 und 68?

Wurde der Computer aus einem anderen Netzsegment umgesteckt, kann er an seiner alten Adresse festhalten. Microsoft beschreibt diesen Fall bei überlappenden Adressbereichen und empfiehlt nach dem Umzug ipconfig /release und danach ipconfig /renew.

Was prüfst du am DHCP-Server?

Für einen Windows-DHCP-Server gibt Microsoft diese Checkliste vor:

  1. Dienst läuft: Mit net start prüfst du, ob „DHCP Server“ in der Liste steht.
  2. Server ist autorisiert: In einer Active-Directory-Domäne vergibt ein nicht autorisierter DHCP-Server keine Adressen. Das ist eine Schutzfunktion gegen fremde DHCP-Server. Prüfe die Autorisierung in PowerShell mit Get-DhcpServerInDC.
  3. Freie Adressen im Bereich: Öffne die DHCP-Konsole und sieh dir die Statistik des Bereichs für das Subnetz des Clients an. Ist der Bereich ausgeschöpft, bekommt kein neues Gerät mehr eine Adresse.
  4. BAD_ADDRESS-Einträge: Sieh unter Adressleases (Address Leases) nach, ob Einträge mit BAD_ADDRESS auftauchen. Sie belegen Adressen, die der Server wegen eines Konflikts nicht vergibt.
  5. Statische Geräte ausgeschlossen: Geräte mit fester Adresse aus dem Bereich, etwa Drucker oder Telefone, müssen über einen Ausschlussbereich ausgenommen sein. Sonst entstehen Adresskonflikte.
  6. Bindung stimmt: Der Server muss an eine IP-Adresse im Subnetz des Bereichs gebunden sein, wenn kein Relay-Agent im Spiel ist. Prüfe das mit Get-DhcpServerv4Binding.
  7. Ports frei: Nur der DHCP-Server darf auf UDP 67 und 68 lauschen. Mit netstat -anb siehst du, ob ein anderer Dienst wie WDS oder PXE die Ports belegt.
  8. Richtlinien und Filter: Prüfe konfigurierte DHCP-Richtlinien und Filter, die einzelne Geräte ausschließen könnten.

Ist der Bereich überhaupt aktiv?

Ein Bereich (Scope), der angelegt, aber nicht aktiviert ist, vergibt keine Adressen. So prüfst du das:

  1. Öffne den Server-Manager und wähle Tools > DHCP.
  2. Erweitere den Server in der Baumansicht, bis die Bereiche sichtbar sind.
  3. Klicke jeden Bereich mit der rechten Maustaste an. Steht im Menü Aktivieren (Activate), ist der Bereich aus. Klicke darauf. Steht dort Deaktivieren (Deactivate), ist er bereits aktiv.

Was ist bei mehreren Netzsegmenten zu beachten?

DHCP-Anfragen sind Broadcasts, und Router leiten Broadcasts nicht zwischen Subnetzen weiter. Bedient ein DHCP-Server mehrere Netze, etwa ein separates VLAN für Telefone oder Gäste, gibt es laut Microsoft zwei Wege: einen DHCP-Server je Subnetz oder Router, die DHCP-Nachrichten weiterleiten, plus einen eigenen Bereich je Subnetz auf dem Server. Bekommen nur Geräte in einem bestimmten Segment keine Adresse, prüfe die DHCP-Weiterleitung auf dem Router oder der Firewall und ob der Relay-Agent vom DHCP-Server aus per Ping erreichbar ist.

Und wenn alles stimmt?

Dann hilft ein Mitschnitt des Netzwerkverkehrs. Microsoft empfiehlt, auf Client und Server gleichzeitig mit Wireshark mitzuschneiden, den Fehler mit ipconfig /renew auszulösen und nach den vier DHCP-Paketen DISCOVER, OFFER, REQUEST und ACK zu filtern. Sieht der Client nur DISCOVER-Pakete und der Server gar nichts, gehen die Pakete unterwegs verloren, etwa an einem Switch oder an der Weiterleitung.

So unterstützen wir dich

Wir finden DHCP-Probleme in Firmennetzen in Osnabrück und Umgebung vor Ort und entfernt per Fernwartung, vom vollen Bereich bis zur fehlenden Weiterleitung im VLAN. Dabei räumen wir Ausschlussbereiche und feste Adressen gleich mit auf. Mehr dazu auf unserer Seite Netzwerk für Unternehmen.

Häufige Fragen

Warum bekommt nur ein Computer keine IP-Adresse?

Dann liegt es meist am Client: Kabel, Switchport, Netzwerkkarte, Treiber oder der Dienst DHCP-Client. Prüfe zuerst ipconfig /all.

Was bedeutet BAD_ADDRESS in der DHCP-Konsole?

Der Server hat bei dieser Adresse einen Konflikt festgestellt und vergibt sie nicht. Häufen sich solche Einträge, prüfe Geräte mit fester Adresse im Bereich.

Warum vergibt ein neuer DHCP-Server in der Domäne keine Adressen?

Er ist vermutlich nicht in Active Directory autorisiert. Nicht autorisierte Server vergeben in einer Domäne keine Adressen.

Welche Ports nutzt DHCP?

UDP 67 und 68. Auf dem Server darf nur der DHCP-Dienst diese Ports belegen, auf dem Client darf keine Firewall sie blockieren.

Quellen