Cloud aus deutschem Rechenzentrum: worauf es ankommt

Kurz gesagt: Eine Cloud aus einem deutschen Rechenzentrum erleichtert dir die Umsetzung der DSGVO, weil deine Daten in Deutschland liegen und ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach europäischem Recht möglich ist. Der Standort allein reicht aber nicht: Prüfe Zertifizierung, Verschlüsselung, Backup, Zugriffskontrolle und Support. Wir setzen dafür auf die TERRA CLOUD mit Rechenzentren in Hüllhorst und Düsseldorf.

Stand: 03.11.2026

Warum spielt der Standort des Rechenzentrums eine Rolle?

Sobald du personenbezogene Daten in eine Cloud gibst, bist du als Unternehmen, Praxis oder Kanzlei dafür verantwortlich, dass die DSGVO eingehalten wird. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) nennt in ihrer Checkliste für Praxen drei zulässige Speicherorte: Deutschland, der Europäische Wirtschaftsraum oder ein Land mit Angemessenheitsbeschluss der EU. Dazu kommt die Pflicht, mit dem Anbieter einen Auftragsverarbeitungsvertrag abzuschließen.

Ein Rechenzentrum in Deutschland macht diese Prüfung einfach. Du musst keine Drittlandübermittlung bewerten, der Anbieter unterliegt deutschem Recht und du kannst im Zweifel vor Ort nachsehen, wo deine Daten liegen. Für Praxen, Kanzleien und Unternehmen mit Berufsgeheimnis ist das oft die Voraussetzung, um Cloud-Dienste überhaupt nutzen zu dürfen.

Das gilt auch, wenn der Cloud-Anbieter ein deutsches Unternehmen ist. Entscheidend ist, wo die Server stehen, wer sie betreibt und wer Zugriff darauf hat. Frag deshalb immer nach dem konkreten Standort und nach dem Betreiber des Rechenzentrums, nicht nur nach dem Firmensitz.

Du kommst nicht weiter? Wir übernehmen das für dich, meist per Fernwartung. Ruf an: 0541 507 988 08, schreib uns oder buch ein Erstgespräch.

Welche Fragen solltest du dem Anbieter stellen?

Die KBV hat für Praxen eine Checkliste veröffentlicht, die sich genauso für Kanzleien und Unternehmen eignet. Wir nutzen sie als Grundlage, wenn wir Cloud-Angebote für Kunden bewerten:

  1. Datenschutz: Entspricht das Angebot der DSGVO und gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag?
  2. Speicherort: Liegen die Daten in Deutschland, im EWR oder in einem Land mit Angemessenheitsbeschluss, und kann der Anbieter das nachweisen?
  3. Verschlüsselung: Gibt es eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung über die reine Transportverschlüsselung hinaus, und werden aktuelle Verfahren wie AES-256 eingesetzt?
  4. Zugriffskontrolle: Ist eine Mehr-Faktor-Authentifizierung vorhanden und lassen sich Benutzerrechte individuell vergeben?
  5. Sicherungskopien: Werden regelmäßige Backups erstellt und liegen die Daten redundant an mehreren Standorten?
  6. Support und Service-Level: Gibt es einen 24/7-Support und sind Leistungszusagen wie Rufbereitschaft oder Störungsbehebung vertraglich festgehalten?
  7. Zertifizierung: Kann der Anbieter Nachweise wie ISO 27001 oder BSI C5 vorlegen?
  8. Kosten und Skalierbarkeit: Sind die Kosten transparent und lässt sich der Speicherplatz ohne Leistungseinbußen anpassen?

Wenn ein Anbieter bei einem dieser Punkte ausweicht oder keine Unterlagen liefern kann, ist das ein Warnsignal. Seriöse Betreiber legen Zertifikate, Vertragsmuster und Standortangaben offen.

Woran erkennst du ein gut betriebenes Rechenzentrum?

Hinter einem Zertifikat steckt immer konkrete Technik. Die WORTMANN AG beschreibt für ihr TERRA CLOUD Rechenzentrum in Hüllhorst, was wir als Maßstab für ein professionelles Rechenzentrum sehen:

  • Strom: Mehrere unabhängige Einspeisungen, acht aktive Transformatoren, direkte Anbindung an ein Umspannwerk, sechs Dieselgeneratoren mit Dieselvorrat für bis zu eine Woche autarken Betrieb sowie getrennte USV-Pfade. Notstromtests finden regelmäßig statt.
  • Kühlung: Redundante Klimatisierung, überwiegend über Freiluftkühlung, ergänzt durch Misch- und Kompressorbetrieb in warmen Phasen. Ein Ersatzteillager liegt vor Ort.
  • Zutritt: Mehrstufige elektronische Zutrittskontrolle, permanente Videoüberwachung, Alarm- und Einbruchmeldesysteme, tagsüber geschultes Personal, nachts Sicherheitsdienste.
  • Brandschutz: Getrennte Brandabschnitte, Brandfrüherkennung, Gaslöschanlagen und eine Brandmeldeanlage, die direkt mit der Feuerwehrleitstelle verbunden ist.
  • Netz: Getrennte Netze für Kundenumgebungen und für Management und Monitoring, drei unabhängige Carrier, Dark-Fiber-Strecken und direkte Anbindung an den DE-CIX. Die Zuführungen laufen über unterschiedliche Gebäudeseiten.
  • Zertifizierung: ISO/IEC 27001:2022, laut Hersteller für Entwicklung, Betrieb, Support und Rechenzentrumsdienstleistungen.

Die Liste zeigt, worauf es ankommt: Redundanz bei Strom, Kühlung und Netz, kontrollierter Zutritt und ein Managementsystem, das von einer unabhängigen Stelle geprüft wurde. Frag deinen Anbieter nach genau diesen Punkten.

Was bietet die TERRA CLOUD konkret?

Die TERRA CLOUD wird von der WORTMANN AG betrieben, einem deutschen Server- und Hardwarehersteller. Der Hauptstandort in Hüllhorst hat laut Hersteller über 22.000 Quadratmeter Gesamtfläche, davon über 8.000 Quadratmeter Rechenzentrumsfläche. Weitere Standorte liegen in Düsseldorf sowie in Frauenfels und Seuzach in der Schweiz. Der Betrieb findet ausschließlich in Deutschland und der Schweiz statt, mit eigener Hardware und eigenem Personal.

Für dich als Kunde heißt das: Rechenzentrum, Server und Betrieb kommen aus einer Hand, und der Ausbau wird laut Hersteller eigenfinanziert, ohne externe Investoren. Mehr als 100 Mitarbeitende kümmern sich in spezialisierten Teams um den Betrieb, mit einem zentralen Ticketsystem und definierten Eskalationswegen. Ob ein Angebot aus dieser Infrastruktur zu deinem Bedarf passt, hängt von deinen Anwendungen, deiner Internetanbindung und deinen Anforderungen an Verfügbarkeit ab. Das klären wir gemeinsam vorab.

Wann ist eine deutsche Cloud die richtige Wahl?

Eine Cloud aus einem deutschen Rechenzentrum passt besonders, wenn du Patientendaten, Mandantendaten oder Konstruktionsdaten verarbeitest, wenn Kunden oder Aufsichtsbehörden den Speicherort vorgeben oder wenn du einen Ansprechpartner in deiner Zeitzone und Sprache brauchst. Typische Einsatzfälle sind Server in der Cloud statt im eigenen Technikraum, Backup außer Haus und Terminalserver für Außenstellen und Homeoffice.

Weniger wichtig ist der Standort, wenn du ohnehin Microsoft 365 nutzt und dort die Datenschutz-Einstellungen sauber gesetzt sind, oder wenn es um unkritische Daten geht. Oft ist die Kombination sinnvoll: Microsoft 365 für Zusammenarbeit und E-Mail, deutsche Cloud für Fachanwendungen und Backup.

So unterstützen wir dich

Als TERRA CLOUD Partner planen und betreiben wir Cloud-Server, Backup und Terminalserver aus dem deutschen Rechenzentrum für Unternehmen, Praxen und Kanzleien in Osnabrück und Umgebung, weiter entfernte Kunden betreuen wir per Fernwartung. Wir prüfen mit dir die Checkliste, kümmern uns um den Auftragsverarbeitungsvertrag und migrieren deine Systeme. Mehr dazu findest du auf unserer Seite zu Cloud-Infrastruktur aus dem deutschen Rechenzentrum.

Häufige Fragen

Reicht ein deutsches Rechenzentrum für die DSGVO aus?

Nein. Der Standort erleichtert vieles, aber du brauchst zusätzlich einen Auftragsverarbeitungsvertrag, Nachweise zur Sicherheit wie ISO 27001 und ein eigenes Konzept für Zugriffsrechte und Mehr-Faktor-Authentifizierung.

Was bedeutet ISO/IEC 27001:2022?

Das ist die aktuelle Fassung der internationalen Norm für Informationssicherheits-Managementsysteme. Ein Zertifikat zeigt, dass eine unabhängige Stelle die Prozesse des Betreibers geprüft hat. Frag nach, welche Bereiche das Zertifikat abdeckt.

Liegen die Daten in der TERRA CLOUD nur in Deutschland?

Laut Hersteller betreibt die WORTMANN AG Rechenzentren in Hüllhorst, Düsseldorf sowie in der Schweiz. Welcher Standort für dich genutzt wird, legen wir im Vertrag fest.

Brauche ich trotzdem ein Backup?

Ja. Ein Rechenzentrum schützt vor Ausfällen der Infrastruktur, nicht vor versehentlichem Löschen oder Verschlüsselung durch Ransomware. Frag nach, ob Backups regelmäßig erstellt und an mehreren Standorten gespeichert werden.

Quellen