Kurz gesagt: Seit den Windows-Updates vom 10. August 2021 brauchen Benutzer standardmäßig Administratorrechte, um über Point and Print einen Netzwerkdrucker hinzuzufügen oder einen Druckertreiber zu aktualisieren. Microsoft hat das wegen der Sicherheitslücke CVE-2021-34481 so eingestellt. Die saubere Lösung ist, Treiber vorab als Administrator oder per Softwareverteilung zu installieren, statt den Schutz abzuschalten.
Stand: 03.11.2026
Warum verlangt der Druckertreiber plötzlich Adminrechte?
Point and Print ist die Windows-Funktion, mit der sich ein Arbeitsplatz einen freigegebenen Drucker von einem Druckserver holt und den Treiber gleich mit installiert. Früher ging das für normale Benutzer ohne Rückfrage. Mit den Updates vom 10. August 2021 und allen späteren hat Microsoft das Standardverhalten auf allen Windows-Geräten geändert: Wer kein Administrator ist, kann über Point and Print keine neuen Drucker mehr installieren und keine vorhandenen Druckertreiber von einem Server aktualisieren, ohne sich als Administrator auszuweisen.
Typische Fehlerbilder im Alltag:
- Beim Verbinden mit einem Netzwerkdrucker erscheint eine Anmeldeaufforderung für ein Administratorkonto.
- Nach einem Treiber-Update auf dem Druckserver fragt der Client erneut nach Administratorrechten.
- Bei jedem Druckauftrag erscheint die Frage, ob du dem Drucker vertraust, verbunden mit einer Anmeldung als Administrator.
Geräte, die Point and Print nicht nutzen, sind von der Änderung nicht betroffen, aber trotzdem geschützt.
Du kommst nicht weiter? Wir übernehmen das für dich, meist per Fernwartung. Ruf an: 0541 507 988 08, schreib uns oder buch ein Erstgespräch.
Welcher Registry-Wert steuert das Verhalten?
Das Verhalten hängt am Wert RestrictDriverInstallationToAdministrators (DWORD) unter HKEY_LOCAL_MACHINESoftwarePoliciesMicrosoftWindows NTPrintersPointAndPrint:
| Wert | Wirkung |
|---|---|
| 1 oder nicht vorhanden | Für jede Treiberinstallation über Point and Print sind Administratorrechte nötig. Das hebt alle Einstellungen der Gruppenrichtlinie Point and Print Restrictions auf. |
| 0 | Auch Nicht-Administratoren können signierte und unsignierte Treiber von einem Druckserver installieren. Gruppenrichtlinien für Point and Print können die Installation weiterhin blockieren. |
Windows-Updates setzen oder ändern diesen Wert nicht. Nach einer Änderung ist kein Neustart nötig. Microsoft betont, dass keine Kombination anderer Maßnahmen so sicher ist wie der Wert 1.
Seit den Updates vom 12. Oktober 2021 gibt es dafür auch eine Gruppenrichtlinie: Computerkonfiguration, Administrative Vorlagen, Drucker, Einstellung Limits print driver installation to Administrators. Steht sie auf Aktiviert, wird der Registry-Wert auf 1 gesetzt.
Wie bekommst du Drucker trotzdem ohne Adminrechte auf die Arbeitsplätze?
Microsoft nennt drei Wege, mit denen Benutzer Drucker installieren können, während der Schutz aktiv bleibt:
- Administrator-Anmeldung: Ein Administrator gibt bei der Aufforderung seine Zugangsdaten ein. Bei wenigen Geräten ist das der schnellste Weg.
- Treiber im Betriebssystem-Image: Die benötigten Druckertreiber sind bereits im Windows-Image enthalten, das auf die Geräte ausgerollt wird.
- Vorübergehend Wert 0: Du setzt den Registry-Wert kurzzeitig auf 0, installierst die Drucker und setzt ihn danach wieder auf 1.
Lassen sich Treiber selbst mit Administratorrechten nicht installieren, empfiehlt Microsoft, die Gruppenrichtlinie Only use Package Point and Print zu deaktivieren.
Was tun, wenn bei jedem Druck nach Adminrechten gefragt wird?
Laut Microsoft ist eine Abfrage bei jedem Druckauftrag nicht vorgesehen und wurde meist mit den Updates vom 12. Oktober 2021 behoben. Bleibt sie, nennt Microsoft diese Ursachen:
- Treiberdateien mit gleichem Namen, aber unterschiedlichem Inhalt auf Client und Server. Vergleiche dazu die Ordner C:WindowsSystem32spooldriversx643 und den Unterordner PCC.
- Unterschiedliche Treiberversionen auf Client und Druckserver.
- Veraltete Treiber, für die du beim Druckerhersteller eine neue Version anfragen solltest.
Grundsätzlich empfiehlt Microsoft, auf Clients und Servern möglichst dieselbe Treiberversion und jeweils das neueste kumulative Update zu installieren.
Und wenn der Wert 0 doch nötig ist?
Microsoft rät, den Wert 0 höchstens vorübergehend zu nutzen, bis die Umgebung mit dem Wert 1 funktioniert. Wer nicht anders kann, sollte zumindest die Teilmaßnahmen umsetzen: In der Richtlinie Point and Print Restrictions nur bestimmte, vertrauenswürdige Druckserver erlauben und die Warnungen für neue und bestehende Verbindungen auf Show warning and Elevated Prompt stellen, außerdem die Richtlinie Package Point and Print: Approved servers mit den vertrauenswürdigen Druckservern füllen. Diese Maßnahmen verringern das Risiko, schließen die Lücke CVE-2021-34481 aber nicht vollständig.
So unterstützen wir dich
Wir betreuen Druckserver und Arbeitsplätze für Unternehmen, Praxen und Kanzleien in Osnabrück und Umgebung, weiter entfernt per Fernwartung. Wir verteilen Druckertreiber so, dass Benutzer ohne Adminrechte drucken können und der Schutz trotzdem aktiv bleibt. Mehr dazu auf unserer Seite zum IT-Support in Osnabrück.
Häufige Fragen
Kann ich die Adminabfrage einfach dauerhaft abschalten?
Technisch ja, mit dem Registry-Wert 0. Microsoft rät davon ab und empfiehlt den Wert 0 nur vorübergehend.
Muss ich nach der Registry-Änderung neu starten?
Nein. Laut Microsoft ist nach dem Setzen des Werts kein Neustart erforderlich.
Ändern Windows-Updates den Wert wieder zurück?
Nein. Windows-Updates setzen oder ändern den Wert RestrictDriverInstallationToAdministrators nicht.
Betrifft das auch lokal angeschlossene Drucker?
Die Änderung betrifft die Installation über Point and Print von einem Druckserver. Geräte ohne Point and Print sind laut Microsoft nicht betroffen.
Quellen
- KB5005652: Manage new Point and Print default driver installation behavior (CVE-2021-34481) (Microsoft, abgerufen am 03.11.2026)
