beA auf dem Terminalserver einrichten: Voraussetzungen

Kurz gesagt: Das beA lässt sich auf einem Terminalserver nutzen. Die beA Client-Security installiert ein Administrator einmal auf dem Server, die Treiber für den Chipkartenleser gehören aber auf den Arbeitsplatzrechner, an dem der Kartenleser hängt. Unterstützt wird laut aktuellem beA-Anwenderhandbuch die Kombination aus Windows-Client, Windows Server 2022 und Citrix Virtual Apps.

Stand: 03.11.2026

Welche Terminalserver-Umgebung unterstützt das beA?

Das beA-Anwenderhandbuch der BRAK nennt für Terminalserver eine feste Kombination: Windows als Client-Betriebssystem, Windows Server 2022 als Server-Betriebssystem und Citrix Virtual Apps als Terminalserver. Der beA-Support stellt klar, dass die Client-Security andere Kombinationen nicht unterstützt. Ältere Fassungen der beA-Hilfe nannten noch ältere Serverversionen. Prüfe deshalb vor jeder Servermigration die aktuelle Fassung des Handbuchs.

Für die Kanzlei heißt das: Läuft euer Terminalserver mit einer anderen Lösung, etwa reinen Microsoft-Remotedesktopdiensten ohne Citrix, ist das keine vom beA unterstützte Umgebung. Auch wenn es technisch läuft, bewegst du dich dann außerhalb der unterstützten Konfiguration.

Du kommst nicht weiter? Wir übernehmen das für dich, meist per Fernwartung. Ruf an: 0541 507 988 08, schreib uns oder buch ein Erstgespräch.

Wo gehört der Treiber für den Kartenleser hin?

Das ist der häufigste Stolperstein. Die Verbindung vom PC zum Chipkartenleser läuft über einen PC/SC-Treiber des Kartenleser-Herstellers. In der Terminalserver-Umgebung muss dieser Treiber laut beA-Hilfe auf dem Anwenderrechner installiert sein, nicht auf dem Terminalserver. Chipkartenleser werden aus einer Terminal-Session nur unterstützt, wenn sie am Client angeschlossen sind.

Lokal angeschlossene Geräte wie der Kartenleser stehen nur in der Sitzung des jeweiligen Benutzers zur Verfügung. Andere angemeldete Benutzer können nicht auf den Kartenleser eines Kollegen zugreifen.

Wie richtest du die beA Client-Security auf dem Terminalserver ein?

  1. Sorge dafür, dass alle Benutzer die Client-Security beendet haben.
  2. Melde dich als Administrator am Terminalserver an und lade die beA Client-Security für Windows herunter.
  3. Installiere die Basiskomponente einmalig auf dem Server. Danach steht sie allen angeschlossenen Benutzern zur Verfügung. Ein Java JDK musst du nicht separat installieren, das Installationsprogramm bringt es mit.
  4. Wähle im Abschlussdialog den automatischen Start nicht aus. Als Administrator darfst du die Anwendung nur installieren, aber nicht starten.
  5. Nutzt ihr Firefox als Standardbrowser auf dem Terminalserver, setze in about:config die Variable security.enterprise_roots.enabled auf true. Laut Handbuch funktioniert nur so die parallele Anmeldung mehrerer Benutzer.
  6. Installiere auf jedem Arbeitsplatzrechner den Treiber des Chipkartenlesers und schließe den Kartenleser dort an. Auf dem Client muss außerdem ein Citrix-Client installiert sein.
  7. Sollen Dateien zwischen Server und lokalem Rechner ausgetauscht werden, etwa für Software-Token, gib den Zugriff im Citrix Connection Center mit Lese- oder Schreibrechten frei.

Wie starten die Benutzer das beA?

Jeder Benutzer startet die Client-Security in seiner eigenen Sitzung, über das Startmenü oder das Symbol auf der Webseite des Terminalservers. Im Menü steht zusätzlich beA starten bereit, das die Anwendung im Standardbrowser öffnet.

Wichtig: Im Terminalserver vergibt die Client-Security für jede Instanz dynamisch einen freien Localhost-Port. So kommen sich mehrere gleichzeitige Benutzer nicht in die Quere. Die Anmeldung muss deshalb aus der Client-Security heraus starten. Ein Aufruf per gespeicherter URL oder Favorit umgeht die Portermittlung und funktioniert nicht. Version und Portnummer siehst du, wenn du mit der Maus über das Symbol fährst.

Was ist bei Updates zu beachten?

  • Vor einem Update müssen alle Benutzer die Client-Security beendet haben.
  • Ein lokaler Benutzer kann die neue Version herunterladen. Sie steht danach allen Benutzern zur Verfügung. Für die Basiskomponente sind Administratorrechte nötig, und auch hier darf der Administrator die Anwendung nicht starten.
  • Das Verteilen von Updates per Gruppenrichtlinie oder SCCM empfiehlt das Handbuch nicht, weil die Abwärtskompatibilität nicht garantiert ist.

So unterstützen wir dich

Wir betreuen Kanzleien in Osnabrück und Umgebung, vom Terminalserver über die Arbeitsplätze bis zu Kartenlesern und Fachanwendungen. Bei Updates der Client-Security oder einer Servermigration prüfen wir vorher, ob die Umgebung zu den Vorgaben der BRAK passt. Mehr dazu auf unserer Seite zu IT für Kanzleien.

Häufige Fragen

Muss der Kartenlesertreiber auf dem Terminalserver installiert werden?

Nein. Laut beA-Hilfe gehört der Treiber auf den Anwenderrechner, an dem der Kartenleser angeschlossen ist.

Warum startet das beA nicht über meinen Favoriten?

Auf dem Terminalserver bekommt jede Instanz einen eigenen Port. Der Aufruf per Favorit umgeht die Portermittlung. Starte das beA deshalb immer aus der Client-Security heraus.

Darf der Administrator die Client-Security starten?

Nein. Der Administrator installiert die Anwendung nur. Gestartet wird sie von den einzelnen Benutzern in ihren Sitzungen.

Wird das beA mit Microsoft-Remotedesktopdiensten ohne Citrix unterstützt?

Das Handbuch nennt als unterstützte Umgebung nur Citrix Virtual Apps auf Windows Server 2022. Andere Kombinationen unterstützt die Client-Security laut beA-Support nicht.

Quellen