Firewall-Ports für pascom Cloud freigeben

Kurz gesagt: Für die pascom Cloud musst du ausgehend vor allem SIP über TCP 5061, Sprache über UDP 30000 bis 35000, HTTPS über TCP 443 und die Provisionierung über TCP 8884 zu pascom.cloud freigeben. Dazu kommen NTP, LDAPS, STUN für WebRTC und der VPN-Port 8885. Nutze als Ziel den DNS-Namen ip.pascom.cloud statt fester IP-Adressen, weil sich die Adressen ändern.

Stand: 03.11.2026

Muss ich überhaupt Ports freigeben?

Nicht immer. pascom schreibt in der Doku: Wer den Internetzugang nicht einschränkt, kann die Cloud-Telefonanlage ohne Änderungen an der Firewall nutzen. Die Liste unten brauchst du, wenn deine Firewall ausgehend nur freigegebene Dienste durchlässt, wie es in vielen Praxen, Kanzleien und Unternehmen mit strengem Regelwerk üblich ist.

Alle Verbindungen gehen von deinem Netzwerk nach außen zu pascom.cloud oder zu den genannten Diensten. Eingehende Portweiterleitungen auf Telefone sind laut Port-Übersicht nicht vorgesehen.

Du kommst nicht weiter? Wir übernehmen das für dich, meist per Fernwartung. Ruf an: 0541 507 988 08, schreib uns oder buch ein Erstgespräch.

Welche Ports braucht pascom Cloud?

PortProtokollZweckZiel
5061TCPSIP-Signalisierungpascom.cloud
30000 bis 35000UDPRTP, die eigentliche Sprachepascom.cloud
443TCPUpdates, Push, Fax, Voicemail, Aufnahmen, Dateiübertragung, WebClient, Chatpascom.cloud
8884TCPProvisionierung der Telefonepascom.cloud
636TCPLDAPS für Telefonbuch und Verzeichnispascom.cloud
8885TCPVPN-Tunnel zur Telefonanlagepascom.cloud
19302UDP und TCPWebRTC über STUNpascom.cloud sowie stun.l.google.com, stun1 bis stun3.l.google.com
123UDP und TCPZeitsynchronisation (NTP)pool.ntp.org

Für die Anmeldung der pascom Apps brauchen die Geräte zusätzlich Zugriff auf login.pascom.net. Einen Port nennt die Doku dafür nicht.

Checkliste für die Firewall-Regeln

  1. Zieladressen als DNS-Objekt anlegen: Leg in der Firewall ein Objekt für ip.pascom.cloud an, für IPv4 und IPv6. pascom empfiehlt das ausdrücklich, weil sich die IP-Adressen ändern.
  2. Firewall ohne DNS-Objekte: Kann deine Firewall DNS-Namen nicht auflösen und regelmäßig aktualisieren, musst du die Adressen manuell nachschlagen und pflegen. Plane dafür eine wiederkehrende Kontrolle ein.
  3. Regel für Telefone und Clients: Erlaube aus dem Telefonie-Netz oder VLAN die Ports 5061/TCP, 30000 bis 35000/UDP, 443/TCP, 8884/TCP und 636/TCP zu pascom.cloud.
  4. STUN freigeben: Port 19302 UDP und TCP zu pascom.cloud und den Google-STUN-Servern, damit WebRTC-Gespräche im Browser funktionieren.
  5. NTP freigeben: Port 123 zu pool.ntp.org, oder du stellst einen eigenen Zeitserver im Netz bereit.
  6. VPN-Port bei Bedarf: 8885/TCP, wenn du den pascom VPN-Dienst nutzt, etwa um einen LDAP-Server im Haus anzubinden.
  7. App-Anmeldung: Zugriff auf login.pascom.net zulassen.
  8. Keine Regeln auf die ausgehende IP von pascom: Die ausgehende IP der Cloud ist laut Doku dynamisch. Für Dienste, die pascom bei dir erreichen soll, empfiehlt der Hersteller den pascom VPN-Service.
  9. Testen: Ruf extern an und lass dich anrufen. Achte darauf, ob beide Seiten sich hören. Einseitige Sprache deutet meist auf blockiertes RTP hin.

Wie priorisiere ich die Sprache mit QoS?

Damit Gespräche bei voller Leitung nicht abgehackt klingen, markiert pascom die Pakete. Laut Doku gelten diese Werte:

  • Sprache (RTP): EF, also DSCP 46, TOS 184, CoS 5.
  • Signalisierung (SIP): CS3, also DSCP 24, TOS 96, CoS 3.

Router und Switches musst du gegebenenfalls so einstellen, dass sie diese Markierungen beachten. Windows-Rechner mit dem pascom Client markieren erst, wenn du per Gruppenrichtlinie eine richtlinienbasierte QoS anlegst. Der Pfad dafür ist Richtlinien für Lokaler Computer > Computerkonfiguration > Windows-Einstellungen > Richtlinienbasierter QoS (Policy-based QoS). pascom nennt drei Richtlinien: SIP auf den Ports 5060 bis 5062 mit DSCP 24, RTP auf UDP 30000 bis 35000 mit DSCP 46 und WebSocket auf TCP 443 mit DSCP 24.

Typische Fehler in der Praxis

  • Nur einseitige Sprache: Der RTP-Bereich ist nicht oder nur teilweise freigegeben.
  • Telefone holen keine Konfiguration: Port 8884 fehlt.
  • Telefonbuch leer: Port 636 für LDAPS ist gesperrt.
  • Nach einiger Zeit geht nichts mehr: Die Regel nutzt feste IPs, die sich inzwischen geändert haben. Auf ip.pascom.cloud umstellen.
  • Uhrzeit falsch im Display: NTP ist blockiert.

So unterstützen wir dich

Wir richten Firewalls so ein, dass pascom zuverlässig läuft und das Netz trotzdem dicht bleibt, inklusive Telefonie-VLAN und QoS. In Osnabrück und Umgebung vor Ort, weiter entfernt per Fernwartung. Mehr zu unserem Angebot findest du auf der Seite Firewall für Unternehmen.

Häufige Fragen

Muss ich Ports eingehend weiterleiten?

Laut pascom-Port-Übersicht gehen alle benötigten Verbindungen von deinem Netz zur Cloud. Eingehende Weiterleitungen sind dort nicht aufgeführt.

Warum soll ich keine festen IP-Adressen eintragen?

Die Adressen von pascom.cloud ändern sich. pascom empfiehlt deshalb den DNS-Namen ip.pascom.cloud für IPv4 und IPv6.

Welcher Port ist für SIP?

Die pascom Cloud nutzt für die SIP-Signalisierung TCP 5061.

Was bringt QoS bei der Telefonie?

Mit QoS bevorzugen Router und Switches die Sprachpakete. So bleiben Gespräche auch bei großen Downloads verständlich.

Quellen