RAM und SSDs: Warum Speicher so teuer ist

Warum sind RAM und SSDs so teuer? Was Unternehmen jetzt tun sollten

Kurz gesagt: Arbeitsspeicher und SSDs sind teuer, weil die Hersteller ihre Produktion vorrangig für Server in KI-Rechenzentren einsetzen. Für Büro-PCs und Notebooks bleibt weniger übrig. Der Marktforscher TrendForce erwartet im vierten Quartal 2026 erneut steigende Vertragspreise, bei Arbeitsspeicher um 10 bis 15 Prozent, bei Flash-Speicher für SSDs um 15 bis 20 Prozent. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht.

Stand: 03.11.2026

Das zeigt sich gerade bei Angeboten für neue Rechner, Server und Speichererweiterungen. In diesem Beitrag erklären wir, woher die hohen Preise kommen, was das für deine IT-Planung bedeutet und was du jetzt sinnvoll tun kannst.

Warum sind RAM und SSDs gerade so teuer?

Arbeitsspeicher (DRAM) und Flash-Speicher (NAND, er steckt in jeder SSD) kommen von wenigen großen Herstellern. Diese setzen ihre Fertigung derzeit bevorzugt für Server-Speicher ein, weil Rechenzentren für künstliche Intelligenz enorme Mengen davon abnehmen. TrendForce schreibt in seiner Prognose vom 30. September 2026, dass die Hersteller auch im vierten Quartal ihre modernste Fertigung vorrangig für leistungsstarke Serverprodukte nutzen. Dadurch bleibt der Markt insgesamt knapp.

Besonders deutlich ist das bei SSDs für Server, sogenannten Enterprise-SSDs. Laut TrendForce ist das die einzige Kategorie, bei der sich der Preisanstieg im vierten Quartal sogar noch beschleunigt.

Wie es zu der Knappheit gekommen ist, haben wir im September in unserem Beitrag Warum Server und Arbeitsspeicher gerade so teuer sind erklärt. Dieser Beitrag ergänzt ihn um die aktuellen Zahlen für das vierte Quartal und um konkrete Schritte für PCs, Notebooks und Windows 10.

Du kommst nicht weiter? Wir übernehmen das für dich, meist per Fernwartung. Ruf an: 0541 507 988 08, schreib uns oder buch ein Erstgespräch.

Wie stark steigen die Preise?

Der Marktforscher Gartner hat im Februar 2026 vorausgesagt, dass die Preise für DRAM und SSDs zusammen bis Ende 2026 um 130 Prozent steigen. Speicher macht dadurch nach Gartner 23 Prozent der Materialkosten eines PCs aus, nach 16 Prozent im Jahr 2025. Für PCs rechnete Gartner deshalb mit im Schnitt 17 Prozent höheren Preisen als 2025 und mit 10,4 Prozent weniger verkauften Geräten.

Die aktuelle Prognose von TrendForce für das vierte Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal:

  • Arbeitsspeicher (DRAM): plus 10 bis 15 Prozent
  • Flash-Speicher (NAND) für SSDs: plus 15 bis 20 Prozent
  • Server-Arbeitsspeicher: bleibt knapp, das Angebot reicht nicht für die Nachfrage

Dabei handelt es sich um Vertragspreise zwischen Herstellern und Großabnehmern. Im Handel kommen die Erhöhungen zeitversetzt an. Wie stark ein einzelnes Angebot steigt, hängt vom Gerät und vom Lieferanten ab.

Wird es bald wieder günstiger?

Danach sieht es derzeit nicht aus. TrendForce hält es für möglich, dass das Angebot an PC-Arbeitsspeicher 2027 sogar sinkt, weil noch mehr Kapazität in Server-Speicher fließt. PC-Hersteller kaufen bereits vorsorglich ein, weil sie auch 2027 mit knappem Speicher rechnen. Einige Hersteller verbauen in Standardmodellen inzwischen kleinere SSDs, um die Kosten zu senken.

Eine verlässliche Vorhersage, wann die Preise wieder fallen, gibt es nicht. Für die Budgetplanung 2027 würden wir nicht mit sinkenden Hardwarepreisen rechnen.

Was bedeutet das für dein Unternehmen?

  • Neue Rechner und Server werden teurer. Plan für 2027 höhere Hardwarekosten ein als in den Vorjahren.
  • Die Ausstattung genau prüfen. Weil manche Hersteller die SSD-Größe in Standardmodellen verkleinern, lohnt sich vor der Bestellung ein Blick ins Datenblatt. Ein günstiges Angebot hat womöglich weniger Speicher als das Vorgängermodell.
  • Kurzfristige Käufe werden teurer als geplante. Wer erst bestellt, wenn ein Gerät ausfällt, hat keine Zeit, Angebote zu vergleichen.

Was solltest du jetzt tun?

  1. Den Bedarf für die nächsten zwölf Monate planen. Welche Arbeitsplätze sind fällig, welche Server laufen aus der Garantie? Wer seinen Bedarf kennt, kann gezielt bestellen statt unter Zeitdruck.
  2. Ersatzzyklen nicht stur durchziehen. Gartner erwartet, dass Unternehmen ihre PCs rund 15 Prozent länger nutzen. Ein Rechner, der zuverlässig läuft, Sicherheitsupdates erhält und genug Leistung hat, kann oft länger bleiben. Gartner weist aber auch darauf hin, dass ältere Geräte mehr Aufwand bei Sicherheit und Verwaltung verursachen.
  3. Aufrüsten statt ersetzen prüfen. Manchmal reicht mehr Arbeitsspeicher oder eine größere SSD. Auch Speicher ist teurer geworden, ein Aufrüsten kann trotzdem günstiger sein als ein neues Gerät. Das lässt sich nur im Einzelfall beurteilen.
  4. Windows 10 nicht als Sparmaßnahme behalten. Seit dem 14. Oktober 2025 gibt es für Windows 10 nur noch kostenpflichtige erweiterte Sicherheitsupdates (ESU). Für Unternehmen kostet das erste Jahr laut Microsoft 61 US-Dollar pro Gerät, der Preis verdoppelt sich jedes Jahr. Das zweite ESU-Jahr läuft seit dem 14. Oktober 2026, und wer jetzt einsteigt, zahlt das erste Jahr mit. Ein alter Rechner, der nur noch mit ESU sicher ist, wird so schnell zur teuren Lösung. Mehr dazu in unserem Beitrag Noch auf Windows 10?
  5. Cloud-Alternativen prüfen, wo es passt. Für Windows 10 in Windows 365, Azure Virtual Desktop und Azure-VMs sind die erweiterten Sicherheitsupdates laut Microsoft ohne Aufpreis enthalten. Ob Arbeitsplätze oder Server aus der Cloud für dich günstiger sind als neue Hardware, hängt stark vom Einzelfall ab.

Mehr zum Thema: Managed IT, Hardware-Beschaffung ohne Kopfschmerzen und IT-Kosten senken im Mittelstand.

So unterstützen wir dich

Wir erstellen mit dir eine Übersicht, welche Geräte und Server in den nächsten Monaten fällig sind, prüfen, was sich aufrüsten lässt, und holen Angebote für die Hardware ein, die du wirklich brauchst. Wir rechnen das ehrlich mit dir durch, ohne Verkaufsdruck, in Osnabrück und Umgebung vor Ort, sonst per Fernwartung. Als Team Data liefern wir unter anderem TERRA Server und Arbeitsplätze von Wortmann. Mehr dazu auf unserer Seite zur Hardware für Unternehmen.

Häufige Fragen

Warum ist Arbeitsspeicher gerade so teuer?

Die Speicherhersteller setzen ihre Fertigung bevorzugt für Server-Speicher ein, weil Rechenzentren für künstliche Intelligenz große Mengen abnehmen. Für PCs und Notebooks bleibt weniger übrig. TrendForce erwartet deshalb auch im vierten Quartal 2026 steigende Vertragspreise: bei DRAM um 10 bis 15 Prozent, bei NAND-Flash für SSDs um 15 bis 20 Prozent.

Werden RAM und SSDs 2027 wieder günstiger?

Danach sieht es derzeit nicht aus. TrendForce hält es für möglich, dass das Angebot an PC-Arbeitsspeicher 2027 sogar sinkt, weil noch mehr Kapazität in Server-Speicher fließt. Eine verlässliche Prognose, wann die Preise wieder fallen, gibt es nicht.

Sollten wir neue PCs jetzt kaufen oder lieber warten?

Wer konkreten Bedarf hat, sollte nicht auf fallende Preise spekulieren, weil derzeit keine Entspannung absehbar ist. Geräte, die noch zuverlässig laufen, Sicherheitsupdates erhalten und genug Leistung haben, können dagegen oft länger im Einsatz bleiben. Am besten planst du den Bedarf für die nächsten zwölf Monate und bestellst gezielt.

Lohnt es sich, Windows-10-Rechner mit ESU weiterzubetreiben?

Nur als Übergang. Für Unternehmen kostet das erste ESU-Jahr laut Microsoft 61 US-Dollar pro Gerät, der Preis verdoppelt sich jedes Jahr. Wer erst im zweiten Jahr einsteigt, muss das erste Jahr mitbezahlen. Bei mehreren Geräten ist ein Umstieg auf Windows 11 oder neue Hardware meist die bessere Investition.

Quellen