pascom Cloud und DSGVO: Rechenzentrum und AV-Vertrag

Kurz gesagt: Die pascom Cloud läuft laut Hersteller auf Amazon Web Services in Frankfurt am Main, die Infrastruktur ist nach ISO 27001 zertifiziert und hat eine C5-Bestätigung des BSI. Einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO samt technischen und organisatorischen Maßnahmen stellt pascom als PDF bereit. Den musst du abschließen, bevor ihr personenbezogene Daten über die Anlage verarbeitet.

Stand: 03.11.2026

Wo stehen die Server der pascom Cloud?

pascom nutzt nach eigener Angabe Dienste von Amazon Web Services (AWS) im Rechenzentrumsstandort Frankfurt am Main. Für die Infrastruktur nennt pascom zwei Nachweise:

  • ISO 27001: internationale Norm für Informationssicherheits-Managementsysteme.
  • C5-Bestätigung: der Kriterienkatalog Cloud Computing des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Die Zertifikate bietet pascom auf der Datenschutz-FAQ zum Download an. Wenn dein Datenschutzbeauftragter Nachweise sehen möchte, findest du sie dort. Informationen zur DSGVO-Konformität von AWS selbst verlinkt pascom auf die Compliance-Seiten von AWS.

Für viele unserer Kunden ist das der wichtigste Punkt: Die Telefondaten liegen in einem deutschen Rechenzentrum. Trotzdem ist AWS ein Unterauftragnehmer mit US-Mutterkonzern. Ob das für euch passt, gehört in die Bewertung durch deinen Datenschutzbeauftragten.

Du kommst nicht weiter? Wir übernehmen das für dich, meist per Fernwartung. Ruf an: 0541 507 988 08, schreib uns oder buch ein Erstgespräch.

Welche Daten speichert die pascom Cloud?

In der eigenen Instanz jedes Kunden liegen laut pascom:

  • Benutzerdaten
  • Telefoniedaten, also etwa Anruflisten
  • Chatdaten
  • Mediendaten wie Ansagen oder Voicemails
  • Gesprächsaufzeichnungen, sofern ihr sie nutzt

Gerade Gesprächsaufzeichnungen sind datenschutzrechtlich heikel. Zu Aufbewahrungsfristen für Aufzeichnungen macht die pascom-FAQ keine Angaben. Wie lange ihr aufzeichnet und wann ihr löscht, müsst ihr selbst festlegen und dokumentieren.

Wie schließt du den AV-Vertrag mit pascom ab?

Sobald pascom für euch Telefonie betreibt, verarbeitet pascom personenbezogene Daten in eurem Auftrag. Dafür braucht es einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO.

  1. Lade die AV-Vertragsvorlage von der Datenschutz-FAQ der pascom herunter.
  2. Lade dort auch die technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOMs) nach Art. 32 DSGVO herunter.
  3. Prüfe die Liste der Auftragnehmer und Unterauftragnehmer auf der pascom-Datenschutzseite.
  4. Lass die Unterlagen durch deinen Datenschutzbeauftragten prüfen.
  5. Schließ den Vertrag nach Vorgabe von pascom ab und lege ihn mit den TOMs in eurer Datenschutzdokumentation ab.
  6. Ergänze euer Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten um die Telefonie.

Wenn ihr die pascom über einen Partner wie uns bezieht, klären wir vorher, wer welchen Vertrag mit wem abschließt. Das hängt davon ab, über welchen Account die Instanz läuft.

Wie sind die Daten technisch geschützt?

Die pascom-FAQ nennt mehrere Punkte:

  • Verschlüsselte Verbindung: Alle Geräte und Clients sprechen mit der zentralen pascom-Instanz nur über ein verschlüsseltes Protokoll.
  • Tägliche Sicherung: Alle pascom.cloud-Instanzen werden täglich gesichert. Eine Wiederherstellung können laut pascom nur Kunden mit Premium-Lizenz über den pascom-Support anfordern.
  • Überwachung: Die zentralen Komponenten werden rund um die Uhr überwacht. Den Status und geplante Wartungen zeigt status.pascom.net, dort kannst du dich auch für Benachrichtigungen eintragen.
  • Updates: Wartungsarbeiten, auch Updates und Upgrades, kündigt pascom grundsätzlich auf status.pascom.net an. Wie oft sie kommen, richtet sich nach Dringlichkeit und Release-Zyklus.
  • Sicherheitsprüfungen: Externe Dienstleister prüfen regelmäßig Sicherheit und Widerstandsfähigkeit gegen DDoS-Angriffe, inklusive Code-Reviews und Penetrationstests.

Zur Verschlüsselung der gespeicherten Daten im Ruhezustand macht die FAQ keine Angabe. Wenn das für euch wichtig ist, frag gezielt nach oder lass es in den TOMs prüfen.

Was passiert mit den Daten nach Vertragsende?

pascom löscht die gespeicherten Daten 30 Tage nach Ende eines pascom ONE Abonnements. Das gilt laut FAQ auch für Testinstanzen. Wichtige Daten wie Aufzeichnungen, die ihr aufbewahren müsst, solltet ihr also vor dem Vertragsende exportieren.

Welche Fragen solltest du intern noch klären?

Die Technik ist nur ein Teil. Aus unserer Sicht gehören diese Punkte in jede Einführung:

  • Gesprächsaufzeichnung: Wird überhaupt aufgezeichnet? Wenn ja, auf welcher Rechtsgrundlage, und wie werden Anrufer informiert?
  • Zugriffsrechte: Wer sieht Anruflisten, Voicemails und Aufnahmen anderer Kollegen?
  • Berufsgeheimnisträger: Praxen und Kanzleien müssen Dienstleister zusätzlich zur Verschwiegenheit verpflichten. Der AV-Vertrag allein reicht hier nicht immer.
  • KI-Funktionen: Wer Transkription oder KI-Agenten nutzt, sollte das gesondert prüfen lassen.

So unterstützen wir dich

Wir richten pascom Cloud-Telefonanlagen für Unternehmen, Praxen und Kanzleien ein und stellen dir die Datenschutzunterlagen für deinen Datenschutzbeauftragten zusammen. Als pascom Excellence Partner betreuen wir Kunden in Osnabrück und Umgebung auch vor Ort, sonst per Fernwartung. Mehr zu unseren Cloud-Telefonanlagen findest du auf der Übersichtsseite.

Häufige Fragen

Ist die pascom Cloud DSGVO-konform?

pascom stellt einen AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO und TOMs bereit und hostet in Frankfurt am Main. Ob der Einsatz bei euch DSGVO-konform ist, hängt zusätzlich von euren eigenen Einstellungen und Prozessen ab.

Wo bekomme ich den AV-Vertrag von pascom?

Als PDF-Download auf der Datenschutz-FAQ der pascom-Dokumentation, zusammen mit den TOMs.

Welcher Cloud-Anbieter steckt hinter pascom?

Laut pascom Amazon Web Services mit Standort Frankfurt am Main.

Wie lange bleiben Daten nach der Kündigung gespeichert?

pascom löscht sie 30 Tage nach Ende des Abonnements.

Kann pascom eine gelöschte Konfiguration wiederherstellen?

Die Instanzen werden täglich gesichert. Eine Wiederherstellung können laut pascom nur Kunden mit Premium-Lizenz beim Support anfordern.

Quellen