Kurz gesagt: Das neue Outlook kann viele Alltagsfunktionen und bringt Neues wie geplantes Senden, Rückgängig-Senden und Erinnern. Für Firmen entscheidend sind aber die Lücken: COM-Add-Ins, VBA-Makros und Schnittstellen wie MAPI werden nicht unterstützt, PST-Dateien und Offline-Betrieb nur teilweise. Wer Fachanwendungen mit Outlook-Anbindung nutzt, sollte das vor dem Umstieg prüfen.
Stand: 03.11.2026
Was ist der grundlegende Unterschied?
Das klassische Outlook ist die bekannte Desktop-Anwendung für Windows. Das neue Outlook basiert technisch auf Outlook im Web und setzt auf Web-Add-Ins statt auf die alten Erweiterungen. Microsoft pflegt eine Vergleichstabelle, die für jede Funktion zeigt, ob sie im neuen Outlook verfügbar, teilweise verfügbar, geplant, in Prüfung oder nicht unterstützt ist. Diese Tabelle wird laufend aktualisiert. Die Angaben in diesem Artikel geben den Stand beim Abruf wieder.
Du kommst nicht weiter? Wir übernehmen das für dich, meist per Fernwartung. Ruf an: 0541 507 988 08, schreib uns oder buch ein Erstgespräch.
Was kann das neue Outlook noch nicht?
Für Firmen sind vor allem diese Punkte wichtig:
| Funktion | Klassisches Outlook | Neues Outlook |
|---|---|---|
| COM-Add-Ins | verfügbar | nicht unterstützt, Umstieg auf Web-Add-Ins nötig |
| VBA-Makros | verfügbar | nicht unterstützt |
| Outlook-Objektmodell und MAPI | verfügbar | nicht unterstützt |
| PST-Dateien | verfügbar | teilweise: Import von Mails, Kalender, Kontakten und Aufgaben |
| Offline-Betrieb (Mail) | verfügbar | teilweise verfügbar |
| Mehrere Mailprofile | verfügbar | geplant |
| Exchange lokal | verfügbar | teilweise, über IMAP mit eingeschränkten Funktionen |
| Regeln | verfügbar | teilweise, Import und Export nicht unterstützt |
| QuickSteps, Seriendruck, öffentliche Ordner | verfügbar | teilweise verfügbar |
| Abstimmungsschaltflächen | verfügbar | nicht unterstützt |
| Benutzerdefinierte Formulare | verfügbar | nicht unterstützt |
| Zugriff auf Dateien im Netzlaufwerk | verfügbar | nicht unterstützt |
Der wichtigste Punkt sind die COM-Add-Ins und das Objektmodell. Viele Branchenprogramme, DMS-Systeme oder CRM-Lösungen hängen sich genau darüber an Outlook an, etwa um Mails abzulegen. Funktioniert so eine Anbindung im neuen Outlook nicht, ist der Umstieg für diese Arbeitsplätze vorerst keine Option.
Was kann das neue Outlook besser?
Laut Microsoft gibt es im neuen Outlook einige Funktionen, die das klassische nicht hat:
- Mail: Senden planen, Senden rückgängig machen, Erinnern (Snooze), Aufräumen (Sweep), Wischgesten und angeheftete Nachrichten.
- Kalender: Besprechungszusammenfassungen, Besprechungen folgen, Präsenzveranstaltungen sowie Arbeitszeiten und Arbeitsort.
- Ordner: Favoriten für Gruppen, Personen und Kategorien sowie Ordnerfarben.
- Copilot: Besprechungen aus einem Mailverlauf planen und Besprechungen mit Copilot vorbereiten.
- Teams: ist direkt integriert, ein eigenes Teams-Add-In wie im klassischen Outlook braucht es deshalb nicht.
Was funktioniert in beiden Versionen?
Viele Grundfunktionen gibt es in beiden Varianten. Microsoft-, Geschäfts- und Schulkonten sowie Gmail, Yahoo, IMAP und POP lassen sich in beiden einbinden. iCloud ist im neuen Outlook sogar vollständig verfügbar, im klassischen nur teilweise. Freigegebene Postfächer funktionieren als Ressource oder Konto in beiden Versionen, ebenso Web-Add-Ins und Vorlagen (OFT-Dateien). Beim Zugriff als Stellvertretung auf freigegebene Postfächer meldet Microsoft für das neue Outlook dagegen nur eine teilweise Verfügbarkeit.
Welche Version passt zu deiner Firma?
Diese Fragen helfen bei der Entscheidung:
- Welche Add-Ins nutzt ihr? Schau im klassischen Outlook unter Datei > Optionen > Add-Ins nach den COM-Add-Ins. Frag beim Hersteller nach, ob es ein Web-Add-In gibt.
- Gibt es Makros oder eigene Formulare? Beides wird im neuen Outlook nicht unterstützt.
- Arbeiten Kollegen mit PST-Archiven? Das neue Outlook kann PST nur teilweise. Prüfe, ob eine richtige E-Mail-Archivierung die bessere Lösung ist.
- Wird viel offline gearbeitet? Offline gibt es im neuen Outlook nur teilweise.
- Läuft noch ein lokaler Exchange-Server? Dann geht das neue Outlook nur eingeschränkt über IMAP.
Lautet die Antwort überall „nein“, spricht wenig gegen das neue Outlook. Gibt es auch nur ein kritisches Add-In, bleib für diese Arbeitsplätze vorerst beim klassischen Outlook und prüfe den Stand regelmäßig.
Wie gehst du beim Umstieg praktisch vor?
Ein Umstieg auf einen Schlag für alle Arbeitsplätze ist selten eine gute Idee. Bewährt hat sich ein schrittweises Vorgehen:
- Bestand aufnehmen: Erfasse je Arbeitsplatz Konten, Add-Ins, Makros, PST-Dateien und Anbindungen an Fachanwendungen.
- Pilotgruppe wählen: Starte mit wenigen Kolleginnen und Kollegen, die keine kritischen Add-Ins nutzen.
- Alltag testen: Lass die Pilotgruppe einige Wochen normal arbeiten und sammle, was fehlt oder anders funktioniert. Typische Rückmeldungen betreffen Regeln, QuickSteps und Vorlagen.
- Lücken klären: Prüfe für jede fehlende Funktion, ob Microsoft sie in der Vergleichstabelle als geplant führt oder ob es eine Alternative gibt.
- Schrittweise erweitern: Stelle weitere Arbeitsplätze erst um, wenn die Pilotgruppe ohne Einschränkungen arbeitet.
So unterstützen wir dich
Wir prüfen vor einem Umstieg, welche Add-Ins und Anbindungen bei dir im Einsatz sind, und entscheiden mit dir je Arbeitsplatz, welche Outlook-Version passt. Das läuft meist per Fernwartung, in Osnabrück und Umgebung auch vor Ort. Mehr zu unserer Betreuung für Microsoft 365.
Häufige Fragen
Funktionieren meine COM-Add-Ins im neuen Outlook?
Nein. Microsoft empfiehlt den Umstieg auf Web-Add-Ins. Frag beim Hersteller nach einer Web-Variante.
Kann das neue Outlook PST-Dateien öffnen?
Teilweise. Mails, Kalender, Kontakte und Aufgaben lassen sich importieren, einige Funktionen des klassischen Outlook fehlen aber.
Laufen VBA-Makros im neuen Outlook?
Nein, VBA-Makros werden im neuen Outlook nicht unterstützt.
Wo finde ich den aktuellen Stand der Funktionen?
In der Vergleichstabelle von Microsoft. Sie wird laufend aktualisiert und zeigt bei vielen Funktionen, wann sich der Status zuletzt geändert hat.
Quellen
- Feature comparison between new Outlook and classic Outlook (Microsoft Support, abgerufen am 03.11.2026)
