KIM in der Praxis einrichten: Checkliste

Kurz gesagt: Für KIM brauchst du eine funktionierende TI-Anbindung (Kartenterminal, Konnektor oder TI-Gateway, Praxisausweis SMC-B und Heilberufsausweis), ein Praxisverwaltungssystem mit KIM-Funktion, einen Vertrag mit einem KIM-Anbieter, eine KIM-Adresse, das KIM-Clientmodul und einen Eintrag im Verzeichnisdienst. Ist deine Praxis schon an die TI angebunden, entfallen laut gematik die ersten vier Punkte. Die Reihenfolge unten hilft dir, nichts zu vergessen.

Stand: 03.11.2026

Was ist KIM und wofür brauchst du es in der Praxis?

KIM steht für Kommunikation im Medizinwesen. Es ist ein Dienst der Telematikinfrastruktur (TI), über den Praxen, Krankenhäuser, Apotheken, Krankenkassen und KZVen Nachrichten und Dokumente verschlüsselt austauschen. Die Nachrichten werden laut gematik in der Praxis automatisch verschlüsselt und signiert. Der KZBV-Leitfaden beschreibt KIM als Ende-zu-Ende-verschlüsselt: Nur der gewählte Empfänger kann eine Nachricht öffnen.

Für Zahnarztpraxen ist KIM laut KZBV die Grundvoraussetzung für die eAU und das EBZ, über das zum Beispiel der Heil- und Kostenplan elektronisch an die Krankenkasse geht und der Bescheid zurückkommt. Daneben nennt der Leitfaden Arztbriefe und Befunde an andere Behandler, etwa an eine KFO-Praxis, auch mit Bildanhängen wie einem OPG, sowie Abrechnungen an die KZV.

Weil nur registrierte und verifizierte Teilnehmer KIM nutzen können, gibt es dort laut KZBV keinen Spam. Anhänge prüft der Dienstbetreiber aus Vertraulichkeitsgründen aber nicht auf Viren. Ein aktueller Virenschutz in der Praxis bleibt deshalb Pflicht.

Du kommst nicht weiter? Wir übernehmen das für dich, meist per Fernwartung. Ruf an: 0541 507 988 08, schreib uns oder buch ein Erstgespräch.

Welche Technik muss vorhanden sein?

Diese vier Punkte gehören zur TI-Anbindung. Ist deine Praxis bereits angebunden, sind sie erledigt:

  1. Kartenterminal: Das stationäre eHealth-Kartenterminal, in das die Karten gesteckt werden.
  2. Konnektor oder TI-Gateway: Den Konnektor bekommst du laut gematik über den Anbieter deines Praxisverwaltungssystems. Für ein TI-Gateway schließt du einen Vertrag mit einem von der gematik zertifizierten Anbieter. Der Konnektor muss KIM unterstützen. Ältere Geräte aus dem ersten Rollout brauchen laut KZBV ein Update.
  3. Heilberufsausweis: Jede Behandlerin und jeder Behandler braucht einen eigenen, aktivierten Ausweis von der Kammer, in der Zahnarztpraxis den eZahnarztausweis. Die PIN muss bekannt sein. Mit ihm erstellst du die qualifizierte elektronische Signatur (QES), die etwa bei eAU und EBZ nötig ist. Mit der SMC-B ist keine QES möglich.
  4. Praxisausweis (SMC-B): Jede Praxis braucht eine SMC-B. Sie steckt dauerhaft im Kartenterminal.

Wie richtest du KIM Schritt für Schritt ein?

  1. PVS aktualisieren: Dein PVS-Anbieter stellt ein Update mit KIM-Integration bereit. Laut KZBV ist alternativ auch ein normales E-Mail-Programm wie Microsoft Outlook möglich, im Praxisalltag ist die Integration ins PVS aber deutlich bequemer.
  2. KIM-Anbieter wählen: Die zugelassenen Anbieter findest du in der Liste auf dem Fachportal der gematik. Mit einem davon schließt du einen Vertrag.
  3. KIM-Adresse beantragen: Beim Anbieter beantragst du eine oder mehrere Adressen. Eine KIM-Adresse ist ähnlich aufgebaut wie eine E-Mail-Adresse. Überlege vorher, ob die Praxis über eine gemeinsame Adresse kommuniziert oder ob es mehrere geben soll, etwa in einer Gemeinschaftspraxis.
  4. KIM-Clientmodul installieren: Das Clientmodul ist die PC-Software des KIM-Anbieters. Es kommt entweder mit dem nächsten PVS-Update oder direkt vom Anbieter mit Anleitung.
  5. Adresse an den Ausweis binden: Bei der Registrierung wird die KIM-Adresse an die SMC-B oder an den Heilberufsausweis gebunden.
  6. Im Verzeichnisdienst eintragen: Die Registrierung im Verzeichnisdienst (VZD) läuft über den Account Manager deines KIM-Anbieters. Der VZD ist das zentrale Adressbuch der TI mit identitätsgeprüften Teilnehmern. Für Vertragszahnarztpraxen pflegen laut KZBV die KZVen die Einträge. Danach findest du andere Praxen, Apotheken und Krankenhäuser über Name, Praxisname oder Adresse.
  7. Testen: Schicke eine erste Nachricht an eine bekannte Gegenstelle und prüfe, ob sie im PVS ankommt und Eingänge sauber in die Patientenkartei übernommen werden.

Die gematik empfiehlt ausdrücklich, die Installation vorher mit deinem IT-Dienstleister zu besprechen. Das ist sinnvoll, weil Konnektor, Clientmodul, PVS und Virenschutz auf denselben Rechnern zusammenspielen müssen.

Welche Postfächer sind sinnvoll?

Für eAU- und EBZ-Nachrichten empfiehlt der KZBV-Leitfaden ein Praxispostfach, das an die SMC-B gebunden ist. Ohne diese Bindung muss der Heilberufsausweis gesteckt und per PIN freigeschaltet sein, damit Nachrichten verarbeitet werden. Für Post an die Praxisinhaberin oder den Praxisinhaber, zum Beispiel den Honorarbescheid der KZV, kann ein zweites Postfach sinnvoll sein. Es wird mit einem Passwort geschützt, das nur die Inhaberin oder der Inhaber kennt.

Zur Nachrichtengröße nennt der KZBV-Leitfaden aus dem Jahr 2023 zunächst bis zu 15 MB und mit KIM 1.5 eine Anhebung auf 500 MB. Welche Version dein Anbieter und dein PVS unterstützen, fragst du am besten direkt dort nach. Für die Finanzierung verweist der Leitfaden auf die TI-Pauschalen nach den Anlagen 11 und 11a des BMV-Z. Den aktuellen Stand erfährst du bei deiner KZV.

Checkliste zum Abhaken

  • Kartenterminal, Konnektor oder TI-Gateway in Betrieb, Konnektor KIM-fähig
  • SMC-B gesteckt, Heilberufsausweise aller Behandler aktiviert, PINs bekannt
  • PVS-Update mit KIM-Integration eingespielt
  • Vertrag mit zugelassenem KIM-Anbieter abgeschlossen
  • KIM-Adresse(n) beantragt und Postfachkonzept festgelegt
  • Clientmodul installiert, Adresse an SMC-B oder Ausweis gebunden
  • Eintrag im Verzeichnisdienst geprüft
  • Aktueller Virenschutz auf allen beteiligten Rechnern
  • Testnachricht gesendet und empfangen

So unterstützen wir dich

Wir betreuen Praxen in Osnabrück und Umgebung und kennen das Zusammenspiel von Konnektor, Kartenterminals, PVS und Clientmodul aus dem Alltag. Wir stimmen die Einrichtung mit deinem PVS-Anbieter ab, prüfen Netzwerk und Virenschutz und testen den Versand. Mehr dazu findest du auf unserer Seite zur IT-Betreuung für Zahnarztpraxen.

Häufige Fragen

Brauche ich für KIM einen neuen Konnektor?

Nicht unbedingt. Der Konnektor muss KIM unterstützen. Ältere Geräte aus dem ersten TI-Rollout brauchen laut KZBV ein Update.

Kann ich KIM ohne mein PVS nutzen?

Laut KZBV-Leitfaden geht auch ein Standard-E-Mail-Programm wie Microsoft Outlook. Im PVS landen eingehende Nachrichten aber direkt in der Patientenkartei, wenn der Patient dort bekannt ist.

Wer trägt meine Praxis in den Verzeichnisdienst ein?

Die Registrierung läuft über den Account Manager deines KIM-Anbieters. Für Vertragszahnarztpraxen pflegen die KZVen die Einträge.

Prüft KIM Anhänge auf Viren?

Nein. Der Dienstbetreiber kann Anhänge wegen der Verschlüsselung nicht prüfen. Ein aktueller Virenschutz in der Praxis ist deshalb Voraussetzung.

Quellen