eHBA Generation 2.0 tauschen: kein E-Rezept ohne neue Karte

Kurz gesagt: Heilberufsausweise der Generation 2.0 beherrschen nur das alte RSA-Verfahren und sind seit Mitte 2026 für die Signatur gesperrt. Ohne eHBA der Generation 2.1 kannst du kein E-Rezept und keine eAU mehr qualifiziert signieren, auch wenn auf deiner Karte ein späteres Ablaufdatum steht. Wer den Tausch verpasst hat, prüft jetzt die Karte im Portal des Anbieters und bestellt sofort nach.

Stand: 03.11.2026

Warum funktioniert der alte eHBA nicht mehr?

Die Telematikinfrastruktur (TI) stellt ihre Verschlüsselung von RSA auf elliptische Kurven (ECC) um. Grundlage sind laut gematik Empfehlungen des BSI und die eIDAS-Vorgaben. Die KBV nennt als Anordnende BSI und Bundesnetzagentur. Karten der Generation 2.0 nutzen ausschließlich RSA mit 2048 Bit. Die Folgegeneration 2.1 kann zusätzlich ECC.

Damit ist ein eHBA G2.0 nicht einfach „veraltet“, sondern technisch nicht mehr nutzbar: Die gematik hat die RSA-Zertifikate für die qualifizierte elektronische Signatur (QES) auf Heilberufsausweisen im Juni 2026 sperren lassen. Die Bundesärztekammer hatte angekündigt, dass betroffene Karten spätestens zum 30.06.2026 automatisch gesperrt werden, auch wenn das aufgedruckte Ablaufdatum später liegt. Danach dürfen für die Signatur des E-Rezepts nur noch Ausweise mit ECC-Zertifikaten eingesetzt werden.

Du kommst nicht weiter? Wir übernehmen das für dich, meist per Fernwartung. Ruf an: 0541 507 988 08, schreib uns oder buch ein Erstgespräch.

Welche Fristen galten und welche laufen noch?

Die meisten Termine liegen inzwischen hinter uns. Einige Schritte der Umstellung laufen laut gematik aber noch bis 2027:

KomponenteFrist laut QuelleStand heute
Konnektor nur mit RSA31.12.2025 (KBV, gematik)Seit 01.01.2026 kein TI-Zugang mehr
eHBA Generation 2.030.06.2026 (gematik, BÄK)QES-RSA-Zertifikate gesperrt
SMC-B (Praxisausweis) G2.030.06.2026 (gematik)Sperrung aller RSA-SMC-B-Zertifikate vom 04.11. bis 30.11.2026 geplant
gSMC-KT im Kartenterminal G2.0spätestens 31.12.2026 (gematik)Tausch gegen G2.1 jetzt einplanen
Letzte RSA-Komponenten-CAs01.04.2027 (gematik)geplant

Die gematik weist darauf hin, dass sich einzelne Termine im Ausnahmefall verschieben können. Maßgeblich ist der aktuelle Zeitplan auf ihrer Seite.

Wie prüfe ich, ob mein eHBA betroffen ist?

Am Aufdruck lässt sich die Generation laut den gelesenen Quellen nicht sicher ablesen. Die gematik empfiehlt einen anderen Weg:

  1. Melde dich im Kartenportal deines Anbieters an. Dort siehst du die Zertifikatsinformationen deines Ausweises.
  2. Prüfe, ob die Karte ECC-Zertifikate hat. Ist das nicht der Fall, handelt es sich um einen Ausweis der Generation 2.0, der getauscht werden muss.
  3. Prüfe auf demselben Weg deine SMC-B. Auch der Praxisausweis muss ECC-fähig sein.
  4. Lass deinen IT-Dienstleister prüfen, ob Konnektor, Praxisverwaltungssystem und KIM-Clientmodul auf ECC umgestellt sind. Ein neuer eHBA allein reicht laut gematik nicht.
  5. Bist du unsicher, frag beim Kartenherausgeber, beim IT-Dienstleister oder beim Softwarehersteller nach. Für offene Fragen bietet die gematik außerdem ein RSA2ECC-Support-Formular an.

Die Bundesärztekammer nennt als betroffene Anbieter D-Trust/Bundesdruckerei und DGN/medisign für den RSA-Wechsel. Ein zweiter Austauschgrund betraf Karten mit einem Chip, in dem Forschende eine theoretische Schwachstelle gefunden hatten: Hier waren D-Trust/Bundesdruckerei und SHC+Care betroffen.

Was tun, wenn der Tausch verpasst wurde?

Die Anbieter haben betroffene Karteninhaber in mehreren Wellen angeschrieben. Das Verfahren unterscheidet sich je nach Anbieter. Wenn du kein Schreiben bekommen oder es übersehen hast, gehst du so vor:

  1. Suche das Anschreiben deines Kartenanbieters heraus oder ruf die Informationsseite des Anbieters auf.
  2. Bestelle die Folgekarte der Generation 2.1. Für die SMC-B empfiehlt die gematik mindestens zwei Wochen Vorlauf, plane beim eHBA ähnlich.
  3. Kläre bis zur neuen Karte das Ersatzverfahren. Die KBV nennt für Arztpraxen ohne funktionierende TI zum Beispiel das Papierrezept (Muster 16) statt E-Rezept und den Ausdruck des Stylesheets statt eAU. Für die elektronische Patientenakte gibt es keine Alternative.
  4. Nach Erhalt die neue Karte nach der Anleitung des Anbieters in Betrieb nehmen und die Signatur in der Praxissoftware testen, bevor der Praxisalltag darauf angewiesen ist.

Die Kosten für Wechsel oder Austausch sind laut gematik über die TI-Pauschale abgedeckt.

Was hängt sonst noch an der ECC-Umstellung?

Der eHBA ist nur ein Baustein. Die KBV hat Ende 2025 darauf hingewiesen, dass viele ältere Konnektoren, deren Laufzeit von fünf auf sieben Jahre verlängert worden war, nur RSA beherrschen und ersetzt werden mussten. Als Alternative zum eigenen Konnektor nennt die KBV das TI-Gateway mit Anbindung über ein Rechenzentrum. Für den Kommunikationsdienst KIM war das Update auf Version 1.5 nötig. Außerdem werden laut gematik seit 01.10.2026 elektronische Gesundheitskarten ausgegeben, die nur noch ECC können. Diese funktionieren nur mit Konnektoren in aktueller Produktversion.

Wenn also in deiner Praxis plötzlich einzelne Versichertenkarten nicht mehr gelesen werden oder Signaturen fehlschlagen, lohnt sich ein Blick auf die gesamte Kette: Karte, Kartenterminal, Konnektor oder Gateway, Praxissoftware.

So unterstützen wir dich

Wir betreuen Zahnarztpraxen in Osnabrück und Umgebung bei der IT rund um die TI und prüfen mit dir, welche Karten und Komponenten noch RSA-only sind. Dabei stimmen wir uns mit deinem TI-Anbieter und dem Hersteller deiner Praxissoftware ab. Mehr zu unserem Angebot findest du auf unserer Seite zur IT-Betreuung für Zahnarztpraxen.

Häufige Fragen

Mein eHBA ist laut Aufdruck noch bis 2028 gültig. Muss ich trotzdem tauschen?

Ja, wenn es eine Karte der Generation 2.0 ist. Sie muss laut gematik und KBV unabhängig vom aufgedruckten Datum ersetzt werden.

Woran erkenne ich die Kartengeneration?

Am zuverlässigsten im Kartenportal deines Anbieters an den Zertifikatsinformationen. Fehlen ECC-Zertifikate, ist die Karte betroffen.

Reicht ein neuer eHBA für das E-Rezept?

Nein. Konnektor, Praxisverwaltungssystem und KIM-Clientmodul müssen ebenfalls ECC-fähig sein.

Wer zahlt den Kartentausch?

Laut gematik sind die Kosten für Wechsel oder Austausch über die TI-Pauschale abgedeckt.

Quellen