TI-Gateway erklärt: TI-Zugang ohne eigenen Konnektor

Kurz gesagt: Das TI-Gateway ist ein Weg in die Telematikinfrastruktur, bei dem kein eigener Konnektor mehr in der Praxis steht. Der TI-Zugang läuft über eine VPN-Verbindung zu einem Highspeed-Konnektor in einem zertifizierten Rechenzentrum, den ein zugelassener Anbieter betreibt. Kartenterminal, SMC-B oder SM-B und ein passendes Praxisverwaltungssystem brauchst du weiterhin.

Stand: 03.11.2026

Was ist das TI-Gateway?

Für E-Rezept, elektronische Patientenakte (ePA) und KIM muss eine Praxis an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sein. Bisher übernimmt das ein Konnektor: ein Gerät vor Ort, das den sicheren Netzzugang herstellt und sich mit den stationären Kartenterminals und den Arbeitsplätzen verbindet. Dazu kommt ein VPN-Zugangsdienst, den du bei einem von der gematik zugelassenen Anbieter beziehst.

Beim TI-Gateway fällt die Box in der Praxis weg. Die gematik beschreibt es als Dienst, mit dem Einrichtungen auf einen eigenen Einbox-Konnektor verzichten können. Den Anschluss stellen sogenannte Highspeed-Konnektoren her, die in geprüften Rechenzentren stehen. Die Praxis verbindet sich über ihre Internetleitung per VPN mit diesem Rechenzentrum. Der VPN-Zugang ist beim TI-Gateway bereits enthalten und muss nicht getrennt beschafft werden.

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Wie funktioniert der TI-Zugang über das TI-Gateway?

Technisch bietet ein Highspeed-Konnektor laut gematik dieselben Grundfunktionen wie ein Konnektor vor Ort: den Zugang zur TI, die Nutzung der Fachmodule und die Einbindung der Kartenterminals. Er ist aber deutlich leistungsfähiger, deshalb werden insgesamt weniger Geräte benötigt.

  • Highspeed-Konnektor: steht im Rechenzentrum, die Betriebsverantwortung liegt beim Anbieter des TI-Gateways.
  • Anbindung der Praxis: läuft über eine VPN-Verbindung zum zertifizierten Rechenzentrum. Ohne VPN geht es nicht. Je nach Anbieter brauchst du dafür in der Praxis einen Client als Hardware oder als Software.
  • Vertrag: Die Praxis schließt einen Vertrag mit einem zugelassenen Dienstleister, der Anschluss, Betrieb und Support übernimmt. Welche Anbieter zugelassen sind, zeigt die gematik in der Zulassungsübersicht im Fachportal.

Die gematik hat das TI-Gateway in Stufen geplant. In der ersten Stufe ging es um große Einrichtungen wie Krankenhäuser und Pflegeheime, die einen Highspeed-Konnektor im eigenen Rechenzentrum betreiben und damit mehrere Einbox-Konnektoren ersetzen. In einer zweiten Stufe sollen Praxen und weitere Nutzergruppen folgen, der Betrieb wandert dabei vom Praxisstandort in ein geprüftes Rechenzentrum. Auf ihrer aktuellen Seite zum TI-Zugang führt die gematik das TI-Gateway als Alternative zum Konnektor auf.

Was ändert sich gegenüber dem Konnektor?

PunktKonnektor vor OrtTI-Gateway
Gerät in der PraxisKonnektor als Hardwarekein Konnektor, je nach Anbieter ein VPN-Client als Hardware oder Software
VPN-Zugangsdienstseparat bei einem zugelassenen VPN-Anbieterbereits integriert
Betrieb des Konnektorsin der Praxisbeim Anbieter im zertifizierten Rechenzentrum
InstitutionsidentitätSMC-B als KarteSMC-B als Karte oder kartenlos als SM-B
Kartenterminalsstationäre, zugelassene E-Health-Kartenterminalsweiterhin nötig

Die gematik nennt als Vorteile für die Einrichtungen weniger Installationsaufwand vor Ort, geringere Kosten und eine niedrigere Hürde für den Anschluss an die TI. Langfristig sollen Konnektoren mit der TI 2.0 ganz entfallen, das TI-Gateway gilt als Schritt in diese Richtung.

Was brauchst du in der Praxis weiterhin?

Auch ohne eigenen Konnektor bleibt einiges an Technik und Organisation bei dir. Die gematik nennt diese Voraussetzungen:

  1. Heilberufsausweis (eHBA): mindestens einer je Einrichtung, beantragt über die zuständige Kammer. Nach Erhalt schaltest du ihn per PIN beim Anbieter frei.
  2. Institutionsidentität SMC-B oder SM-B: Die SMC-B ist eine Karte mit PIN. Die SM-B ist die kartenlose Variante: Schlüssel und Zertifikate liegen zentral in einem Hardware-Security-Module (HSM-B) im Rechenzentrum des TI-Gateway-Anbieters. Dafür brauchst du einen Vertrag mit einem TI-Gateway-Anbieter, statt einer Karte bekommst du einen Aktivierungscodebrief. Beantragen kannst du SMC-B oder SM-B erst, wenn in der Einrichtung ein eHBA vorhanden ist.
  3. E-Health-Kartenterminal: ein stationäres, von der gematik zugelassenes Gerät zum Einlesen der Gesundheitskarten.
  4. Kompatibles Praxisverwaltungssystem: Die Software muss das Bestätigungsverfahren der gematik oder eine Konformitätsbewertung durchlaufen haben. Für Zahnarztpraxen kommt die Eignungsfeststellung der KZBV dazu, für Arztpraxen die Zertifizierung der KBV.
  5. Internetzugang: Über ihn läuft die VPN-Verbindung ins Rechenzentrum. Konkrete Mindestwerte nennt die gematik auf ihrer Seite nicht.

Wichtig für die Planung: Komponenten und Zertifikate sind in der Regel auf fünf Jahre begrenzt. Die gematik empfiehlt, sich rechtzeitig vor dem Ablauf erinnern zu lassen. Mehrere SMC-B für dieselbe Betriebsstätte laufen unter derselben Telematik-ID, auch bei Folgekarten.

Für wen lohnt sich der Umstieg?

Interessant ist das TI-Gateway vor allem, wenn ohnehin eine Entscheidung ansteht: Der Konnektor oder seine Zertifikate laufen ab, der Vertrag mit dem VPN-Anbieter endet oder die Praxis zieht um. Dann vergleichst du, was ein neuer Konnektor samt VPN-Dienst bedeutet und was ein TI-Gateway-Vertrag umfasst. Prüfe dabei, ob dein Praxisverwaltungssystem den Weg über das TI-Gateway unterstützt, welchen Client der Anbieter in der Praxis voraussetzt und wie der Support im Störungsfall geregelt ist.

Bedenke auch: Ohne Internetverbindung gibt es beim TI-Gateway keinen TI-Zugang, weil der Konnektor nicht mehr im Haus steht. Eine stabile Leitung und eine saubere Netzwerkkonfiguration werden damit noch wichtiger.

So unterstützen wir dich

Wir betreuen Zahnarztpraxen in Osnabrück und Umgebung, weiter entfernte Praxen per Fernwartung. Wir prüfen mit dir, ob Konnektor oder TI-Gateway besser passt, stimmen uns mit deinem Softwarehaus ab und kümmern uns um Netzwerk, Kartenterminals und Arbeitsplätze. Mehr dazu auf unserer Seite zur IT für Zahnarztpraxen.

Häufige Fragen

Brauche ich mit TI-Gateway noch einen Konnektor?

Nein. Der Highspeed-Konnektor steht im Rechenzentrum des Anbieters. In der Praxis brauchst du je nach Anbieter nur einen VPN-Client als Hardware oder Software.

Funktioniert das TI-Gateway ohne VPN?

Nein. Die gematik stellt klar, dass ein Zugang über das TI-Gateway ohne VPN nicht möglich ist. Der VPN-Zugang ist aber im TI-Gateway integriert.

Brauche ich weiterhin Kartenterminals?

Ja. Du brauchst weiter stationäre, von der gematik zugelassene E-Health-Kartenterminals. Der Highspeed-Konnektor bindet sie wie ein Konnektor vor Ort ein.

Was ist die SM-B?

Die kartenlose Form der Institutionsidentität. Schlüssel und Zertifikate liegen in einem Hardware-Security-Module beim TI-Gateway-Anbieter, du bekommst statt einer Karte einen Aktivierungscodebrief.

Wo finde ich zugelassene Anbieter?

Die gematik verweist für TI-Gateway-Anbieter auf die Zulassungsübersicht in ihrem Fachportal.

Quellen