DS-Win Server einrichten: Die Einstellungen, die Dampsoft vorgibt

DS-Win Server einrichten: Die Einstellungen, die Dampsoft vorgibt und die oft fehlen

Kurz gesagt: Ein Server für DS-Win ist kein normaler Dateiserver. Dampsoft gibt in seinen Installationsanleitungen eine Reihe von Einstellungen vor, die über Geschwindigkeit und Stabilität entscheiden: eine eigene Datenpartition, die Freigabe mit abgeschaltetem SMB-Leasing, deaktivierte Energiesparfunktionen, keine automatische Netzwerktrennung und feste IP-Adressen für alle Arbeitsplätze. Fehlt eine dieser Einstellungen, zeigt sich das als hängende Masken, Verbindungsabbrüche oder Fehler beim Speichern.

Die Datenpartition und die Freigabe

Dampsoft empfiehlt für die DS-Win-Daten eine eigene Partition mit mindestens 250 GB, formatiert mit NTFS. Sie wird als Laufwerk H: freigegeben, und die Sicherheitsgruppe für die Praxismitarbeiter erhält Vollzugriff auf Freigabe und Dateisystem. DS-Win selbst muss im Wurzelverzeichnis des Laufwerks liegen, also zum Beispiel unter H:\TDAMP, nicht in einem Unterordner.

Eine eigene Partition hat einen praktischen Grund: Röntgenbilder, Dokumente und Datenbank wachsen über Jahre. Liegt alles auf der Systempartition, läuft irgendwann Windows selbst voll, und dann wird nicht nur DS-Win langsam, sondern der ganze Server instabil.

SMB-Leasing abschalten

Die wichtigste und am häufigsten vergessene Einstellung: Für die DS-Win-Freigabe muss der sogenannte LeasingMode auf „None“ stehen. Dampsoft bezeichnet diese Einstellung als zwingend erforderlich. Der Befehl dafür lautet in der PowerShell: Set-SmbShare Daten_DS -LeasingMode None, wobei der Name der Freigabe an die jeweilige Installation angepasst wird.

Hintergrund: Windows hält bei normalen Freigaben Dateien auf den Arbeitsplätzen zwischengespeichert, um das Netzwerk zu entlasten. Bei einer dateibasierten Praxissoftware, auf die viele Plätze gleichzeitig zugreifen, führt das zu Verzögerungen und im schlimmsten Fall zu inkonsistenten Daten. Ohne diese Einstellung läuft DS-Win zwar, aber nicht zuverlässig.

Energiesparen aus, Netzwerktrennung aus

Ein Praxisserver darf nichts abschalten. Dampsoft gibt vor:

  • Die Netzwerkkarte darf vom Betriebssystem nicht in den Energiesparmodus versetzt werden (Haken im Gerätemanager entfernen).
  • Festplatten und Bildschirm im Energieplan auf „Niemals“ ausschalten, kein Bildschirmschoner.
  • Die automatische Trennung inaktiver Netzwerkverbindungen wird mit net config server /autodisconnect:-1 abgeschaltet.
  • Auf den Arbeitsplätzen wird der Windows-Schnellstart deaktiviert, und auch dort wird der Standbymodus auf „Nie“ gesetzt.

Typisches Symptom, wenn das fehlt: Nach der Mittagspause meldet der erste Arbeitsplatz, dass das Laufwerk H: nicht erreichbar ist, oder DS-Win startet erst nach einem Neustart wieder.

Feste IP-Adressen und DNS

Dampsoft empfiehlt für alle Arbeitsplätze manuell vergebene IP-Adressen. Wird DHCP genutzt, muss jeder Platz eine feste Reservierung bekommen. IPv6 wird auf Server und Arbeitsplätzen deaktiviert, und als DNS-Server tragen die Arbeitsplätze ausschließlich den Domänencontroller ein.

In vielen Praxen hat die Fritzbox oder ein Router die Adressen über Jahre verteilt. Das funktioniert, bis ein Gerät nach dem Urlaub eine andere Adresse bekommt und das Röntgen oder der Kartenleser nicht mehr gefunden wird.

Was sonst noch dazugehört

  • Firewall-Regeln für die Dampsoft-Dienste, zum Beispiel für Updates, DS-Win-Comm, Online-Terminmanagement und KIM. Dampsoft listet die Ports und Zieladressen in einer eigenen Anleitung.
  • Die Virenscanner-Ausnahmen für die DS-Win-Dateien und Programme, auf dem Server und auf jedem Arbeitsplatz.
  • Eine Datensicherung auf externe Datenträger. Dampsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass Sicherungen nicht nur auf dem Server selbst liegen dürfen.
  • Ein Monitoring, das volle Partitionen, ausfallende Dienste und fehlgeschlagene Sicherungen meldet, bevor die Praxis es merkt.

Unsere Erfahrung aus der Praxisbetreuung

Die meisten Dampsoft-Installationen, die wir übernehmen, laufen grundsätzlich. Bei der Prüfung gegen die Herstellervorgaben finden wir aber fast immer zwei oder drei Punkte, die fehlen: meistens das SMB-Leasing, die Energieoptionen der Netzwerkkarte oder Arbeitsplätze mit wechselnden IP-Adressen. Nach der Korrektur verschwinden viele „gelegentliche“ Probleme, die vorher niemand zuordnen konnte.

Häufige Fragen

Kann DS-Win auf einem vorhandenen Dateiserver mitlaufen?
Technisch ja. Dampsoft empfiehlt aber eine eigene Datenpartition und spezielle Freigabeeinstellungen. Je mehr andere Aufgaben der Server hat, desto eher leidet die Praxissoftware.

Welche Windows-Server-Version wird unterstützt?
Dampsoft stellt Installationsanleitungen für aktuelle Windows-Server-Versionen bereit, zuletzt für Windows Server 2025. Welche Version im Einzelfall passt, klären wir vor einer Neuanschaffung.

Brauchen wir einen Domänencontroller?
Dampsoft beschreibt die Installation mit Domäne und Gruppenrichtlinien. Damit lassen sich Laufwerke, Rechte und Einstellungen zentral verteilen, was bei mehr als einer Handvoll Arbeitsplätzen deutlich weniger Pflege bedeutet.

Wie lange dauert eine Prüfung der Einstellungen?
Die Prüfung gegen die Dampsoft-Vorgaben dauert in einer typischen Praxis wenige Stunden. Die meisten Korrekturen lassen sich außerhalb der Sprechzeiten umsetzen.

Server für DS-Win prüfen oder neu aufsetzen

Wir richten Server und Netzwerk für Zahnarztpraxen in Osnabrück und Umgebung nach den Vorgaben von Dampsoft ein und prüfen bestehende Installationen Punkt für Punkt. Danach läuft DS-Win so, wie es der Hersteller vorsieht.

Quellen